München/Berlin: Kino am Computer: Surround-Systeme verbessern den Sound

München/Berlin: Kino am Computer: Surround-Systeme verbessern den Sound

Wenn Actionszenen hörbar im ganzen Wohnzimmer stattfinden, lässt das die Herzen von Filmfans höherschlagen. An räumliche Klangeffekte haben sie sich längst gewöhnt, ein Erlebnis bleibt es trotzdem.

Auch für Computer-Anwender ist der Surround-Sound möglich, wenn sie über die entsprechende Ausstattung verfügen. Das wertet nicht nur das Schauen einer DVD auf, sondern erhöht vor allem die Realitätsnähe von Computerspielen.

Um ein optimales räumliches Klangerlebnis zu gewährleisten, müssen die Audiodateien akkurat vom PC wiedergegeben werden, sagt Ryan Stuczynski vom Hersteller Logitech. „Das wird meistens durch 5.1-Systeme erreicht.” Um das volle Soundspektrum beim DVD-Schauen oder Spielen zu bieten, müsse das Soundsystem zudem in der Lage sein, hohe, mittlere und tiefe Basstöne der Quelle genau wiederzugeben.

Benötigt werden dafür immer zwei Hardware-Komponenten. Neben dem Surround-System, das aus fünf Satellitenboxen und einem Subwoofer besteht, ist laut Stuczynski ein entsprechender Ausgang für Surround-Sound am eigenen PC notwendig. Üblicherweise bietet die Soundkarte im Computer diesen Ausgang. „Mittlerweile sind in den meisten PCs aber Audio-Ausgänge im Mainboard integriert.”

Um das Lautsprechersystem anzuschließen, müssen Anwender lediglich die richtigen Stecker in die entsprechenden Buchsen stöpseln und dem PC in der Systemsteuerung mitteilen, dass nun ein 5.1-System angeschlossen ist, erklärt Florian Klein von der in München erscheinenden Zeitschrift „GameStar”. Passende Kabel werden meistens mitgeliefert. Das Anschließen sei unproblematisch, sagt André Schwerdt vom Boxen-Hersteller Teufel in Berlin.

Das Surroundsystem muss allerdings auch vom Computer angesteuert werden können. Zwar verfügt Klein zufolge inzwischen jedes halbwegs aktuelle Mainboard über einen Soundchip, der imstande ist, Surround-Sound wiederzugeben. „Im Gegensatz zum PC hat aber nicht jedes Notebook automatisch den entsprechenden Ausgang für ein 5.1 System”, sagt Schwerdt. Oft seien nur Kopfhörer-Ausgänge vorhanden. In diesem Fall schafft eine externe Soundkarte Abhilfe, die über einen USB-Port angeschlossen werden kann.

Eine separate Soundkarte kann auch verwenden, wem die integrierte Soundvariante des Computers nicht genügt. Der Onboard-Sound ist grundsätzlich in Ordnung, sagt Schwerdt. Wer jedoch große Erwartungen an den Klang hegt, sollte eine Soundkarte nachrüsten, um auf diese Weise mehrkanalige Qualität zu erhalten. „Das ist eine andere Liga.”

Laut Florian Klein von der „GameStar” ist das besonders bei Computerspielen spürbar. Während das Schauen einer DVD problemlos auch mit integriertem Soundchip möglich sei, kommen manche Gaming-Effekte erst durch eine Soundkarte richtig zur Geltung. Zum Beispiel erklingt der Spielesound dann mit Dämpfungs- oder Halleffekten passend zur Umgebung im Spiel.

Speziell bei Ego-Shootern, in denen der Spieler seine Figur aus der Ich-Perspektive steuert, bringt Raumklang mehr Atmosphäre. Das klappe sogar mit einem Stereo-Kopfhörer oder PC-Headset, sagt Schwerdt. „Die Soundfrequenzen werden so umgerechnet, dass der Spieler trotz Stereoklangquelle meint, die Spielesounds würden seine Ohren von allen Seiten erreichen.”

Surround-Systeme für Einsteiger gibt es ab 50 Euro. Viel Qualität könne man davon aber nicht erwarten, sagt Klein. Zwar sei Raumklang möglich, der Bass aber oftmals zu dumpf und nur wenig voluminös, das Klangbild zudem unausgewogen und Frequenzen mitunter überbetont. „Insgesamt ähnelt der Klang dem eines einfachen Radios.” Ein wenig besser seien Modellen für etwa 100 Euro. Gut aufgelösten, druckvollen und klaren Sound erhält laut Klein, wer bereit ist, mindestens 150 Euro zu investieren.

Vor dem Kauf sollten Anwender überlegen, ob sie das Surround-System für sich alleine oder für kleinere Gruppen wie eine Familie oder Wohngemeinschaft anschaffen, rät Stuczynski. Ist die Soundleistung für mehrere Personen geplant, sollte auf leistungsstärkere Systeme zurückgegriffen werden. Die Klangqualität könne zum Teil auch nach Gewicht bemessen werden: „Je schwerer, desto besser.”

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