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Berlin: Kalter Krieg und Pubertät: Neue Spiele für den PC

Berlin : Kalter Krieg und Pubertät: Neue Spiele für den PC

Neue Spiele gibt es in diesem Monat vor allem für altmodische PC-Zocker. Die freuen sich zum Beispiel über „Broken Age”, ein klassisches Adventure ohne neuartigen Schnickschnack, den Multiplayer-Shooter „Rekoil” und anspruchsvolle Strategiespiele auf Rundenbasis, darunter „Hearts of Iron: East vs. West” und „Das schwarze Auge: Blackguards”.

Zwei Spieler, zwei Degen, zwei Tasten: Das ist das Prinzip des Actionspiels „Nidhogg” von Messhof, das vor allem mit seiner klassischen 2D-Pixeloptik im Stil alter C64-Titel auffällt. Das Spielprinzip ist simpel, aber trotzdem knifflig: In einer von vier Arenen tritt der Spieler gegen den Computer oder menschliche Gegner an. Dabei kann er mit dem Degen zustechen, die Waffe werfen oder den Gegner einfach anspringen.

Ziel ist es jedoch nicht, den Feind zu besiegen - es geht nur darum, an ihm vorbeizukommen und das Ende des Levels zu erreichen. So entstehen hektische Verfolgungsjagden über bröckelnde Plattformen und Fließbänder, die vor allem im Duell gegen menschliche Mitspieler viel Spaß machen. Für Solokämpfer wird „Nidhogg” dagegen relativ schnell langweilig. Das Actionspiel im Retrolook gibt es für knapp 12 Euro als Download über Steam.

Ähnlich altmodisch wie „Nidhogg” ist „Broken Age” von Double Fine, wenn auch eher in Sachen Gameplay. Hinter dem Titel verbirgt sich ein klassisches Adventure ohne jede Action, nur mit Rätseln und Dialogen. In bunten Bildern erzählt es die Geschichte der pubertierenden Helden Shay und Vella: Shay fliegt alleine in einem Raumschiff durchs All, seine einzige Begleitung ist ein mütterlicher Bordcomputer. Vella lebt dagegen in einem Dorf, das von einem Monster bedroht wird. Um die Kreatur zu besänftigen, wollen die Dorfbewohner ihr Vella zum Frass vorwerfen - was diese natürlich verhindern will.

Der Spieler kann beliebig hinter beiden Charakteren hin- und herschalten. Bis zum Ende der Geschichten müssen sich Adventurefans aber noch gedulden: Auf den Markt kommt zunächst nur die erste Hälfte des Spiels, Akt zwei folgt später als kostenloses Update. Viel zu rätseln und zu lachen gibt es aber schon jetzt. Dafür sorgen vor allem die witzigen Dialoge aus der Feder von Tim Schäfer, Autor von Klassikern wie „Monkey Island” und „Day of the Tentacle”. Gesprochen werden sie von Stars wie Elijah Wood, vorerst allerdings nur auf Englisch. „Broken Age” ist für rund 25 Euro als Download bei Portalen wie Steam verfügbar.

Beim Namen „Das Schwarze Auge” erwarten erfahrene Zocker ein Rollenspiel. Das von Daedalic Entertainment entwickelte „Blackguards” ist aber eher ein Strategietitel mit Adventure-Elementen. Der Spieler übernimmt die Kontrolle über eine Gruppe skurriler Charaktere und schickt sie in rundenbasierte Kämpfe gegen Banditen, Dämonen und andere Feinde. Ausgetragen werden die Gefechte auf einer von rund 200 Karten mit sechseckigen Feldern und frei beweglicher Kamera. Das Regelsystem orientiert sich dabei nah am Pen-und-Paper-Rollenspiel „Das schwarze Auge”, ist also nicht gerade simpel gestrickt. „Das schwarze Auge: Blackguards kostet um die 40 Euro und ist ab 12 Jahren freigegeben.

Die Strategie-Serie „Hearts of Iron” spielt eigentlich im Zweiten Weltkrieg. Die neueste Episode „East vs. West” behandelt stattdessen das Wettrüsten von USA und Sowjetunion zwischen 1946 und 1991. Militärische Auseinandersetzungen spielen deshalb nur eine kleine Rolle - stattdessen muss der Spieler seinen Gegner mit Diplomatie, Spionage und einer brummenden Wirtschaft bezwingen. Bonuspunkte gibt es dabei zum Beispiel für technische Errungenschaften, etwa den ersten bemannten Flug zum Mond.

Um seine taktischen Schachzüge zu planen, wechselt der Spieler zwischen bunten Weltkarten und verschachtelten Wirtschafts- und Diplomatie-Menüs hin und her. Optisch gewinnt „Hearts of Iron: East vs. West” keinen Blumentopf - dafür ist es umso komplexer. Das anspruchsvolle Spiel von Paradox Interactive erscheint am 28. Februar für etwa 30 Euro. Die Altersfreigabe steht noch nicht fest.

„Rekoil” von 505 Games ist ein klassischer Mehrspieler-Shooter in der Tradition von Titeln wie „Unreal Tournament”. Der Spieler hat dabei die Wahl zwischen 40 verschiedenen Waffen und fünf Klassen, vom leichten Aufklärer bis hin zum schweren MG-Schützen. Damit keine Langeweile aufkommt, gibt es zehn Level und sieben Spielmodi, darunter Klassiker wie Team Deathmatch oder Capture the Flag. Profis können mit den sogenannten Mod-Tools sogar an den Spielregeln schrauben oder eigene Level bauen. „Rekoil” kostet knapp 30 Euro und ist als Download bei Steam erhältlich.

(dpa)