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Internet-Fahnder rät Eltern zur Kontrolle von Computern und Handys

Internet-Fahnder rät Eltern zur Kontrolle von Computern und Handys

Osnabrück. Einer der ersten deutschen Internet-Polizisten rät Eltern, Computer und Handys ihrer Kinder gezielt auf Gewalt- und Sexvideos hin zu kontrollieren.

Hauptkommissar Rainer Richard sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung”, dies sei keine Verletzung der Persönlichkeitsrechte der Kinder. „Damit folge ich nur meiner gesetzlichen Aufsichtspflicht”, sagte Richard, der seit 1995 als Onlinefahnder bei einer Sonderkommission in München tätig ist.

Der EDV-Experte sprach sich allerdings dagegen aus, nur die Eltern für den Medienkonsum ihrer Kinder verantwortlich zu machen. „Die Anforderung des Gesetzgebers an die Eltern sind in diesem Bereich einfach zu hoch.” Das Problem müsse zum Beispiel auch durch ein festes Schulfach wie Medienbildung angegangen werden.

Der Hauptkommissar betonte, er habe durch seine Arbeit wohl alles gesehen, „was sich ein krankes Gehirn ausdenken kann”. Er sei inzwischen überzeugt, dass „sich das Internet viele Täter selbst schafft.” So habe er wegen des Konsums von Kinderpornografie angeklagte Familienväter erlebt, die beteuerten, dass sie nie persönlich ein Kind anfassen würden. Die Konfrontation mit kinderpornografischem Material im Netz habe bei ihnen im Gehirn aber einen Schalter umgelegt.