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Würzburg: Hochfahren von Computern vielleicht bald nicht mehr notwendig

Würzburg : Hochfahren von Computern vielleicht bald nicht mehr notwendig

So rasant die Entwicklung bei Computern auch ist, das Hochfahren des Betriebssystems dauert häufig immer noch mehrere Minuten.

Das Warten könnte nun bald ein Ende haben: Physiker der Universität Würzburg haben einen Speicher entwickelt, der das so genannte Booten nach dem Einschalten unnötig macht, teilt die Hochschule mit.

Je langsamer der Rechner und je aufwändiger die Programme, desto länger dauert die Wartezeit beim Hochfahren. Das Anfahren ist notwendig, weil in einem Computer zwei getrennte Systeme arbeiten: Im ersten laufen auf elektrischem Wege die Rechenaktionen ab, im zweiten werden auf magnetischer Basis die Informationen gespeichert. Während des Hochfahrens transportiert der Rechner die benötigten Daten vom einen ins andere System.

Der neue Speicher vereint die Vorteile beider Systeme: Er ermöglicht einen direkten und extrem schnellen elektronischen Zugriff auf die Informationen. Darüber hinaus gehen die Daten beim Abschalten nicht verloren: Der Nutzer könnte mit dem neuen Chip sofort dort weiterarbeiten, wo er am Vortag aufgehört hat.

Für den Einsatz in einem handelsüblichen Rechner ist der Speicher allerdings noch nicht geeignet. Verwendet wurde ein Material (Gallium-Mangan-Arsenid), das die gewünschte Eigenschaft nur bei sehr tiefen Temperaturen zeigt: Die Physiker arbeiteten mit minus 270 Grad Celsius. Trotzdem zeigen sie sich den Angaben zufolge optimistisch, dass in absehbarer Zeit ein anderes Material gefunden wird, das bei Raumtemperatur funktioniert.