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Berlin: Handy-Herstellung: Arbeiter-Ausbeutung in asiatischen Fabriken

Berlin : Handy-Herstellung: Arbeiter-Ausbeutung in asiatischen Fabriken

Viele Komponenten für Mobiltelefone werden in asiatischen Billiglohnländern gefertigt. Die Fabrikbelegschaften werden ausgebeutet und müssen zudem oft unter schlechten Bedingungen arbeiten. Das hat jetzt eine neue Studie der makeITfair-Kampagne enthüllt.

Sie besagt unter anderem, dass Arbeiter mit Chemikalien hantieren müssen, ohne dass sie entsprechende Schutzkleidung tragen. Zudem ist die Bezahlung dermaßen schlecht, dass die Menschen extrem viele Überstunden leisten müssen, um mit dem Einkommen zumindest ihre Grundbedürfnisse decken zu können.

Unterläuft den übermüdeten Arbeitern ein Fehler, sind die Strafen hart und nicht selten wird der Lohn drastisch gekürzt - für viele Menschen bedeutet dies trotz unzähliger Überstunden das Abrutschen in die Armut.

Gefertigt werden unter diesen Bedingungen Bauteile, die von namhaften Handy-Herstellern aufgekauft werden. In den Industrienationen boomt der Verkauf von Mobiltelefonen, ein Preiskampf der Anbieter ist die Folge.

Ausgetragen wird er auf Kosten der Menschen in den Billiglohnländern: „Die Fabrikarbeiter in China und auf den Philippinen müssen einen hohen Preis dafür zahlen, dass wir Handys immer billiger kaufen können. Den zumeist jungen Frauen in den asiatischen Fabriken werden ihre Grundrechte vorenthalten. Oft haben sie kaum eine Chance, ihre Situation zu verbessern, da unabhängige Gewerkschaften zumeist verboten sind”, sagt Cornelia Heydenreich von Germanwatch, einer der beiden deutschen Trägerorganisationen von makeITfair.

Für die jetzt veröffentlichte Studie sind sechs Zulieferfabriken in China und auf den Philippinen untersucht worden, die Bauteile für Nokia, Samsung, Motorola, LG, Sony Ericsson und Apples iPhone herstellen. Es hat sich gezeigt, dass die vorgefundenen Arbeitsbedingungen nationale Gesetze sowie Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO/ILO) verletzen.

Ebenso verstoßen sie gegen die eigenen Verhaltenskodizes der Elektronikunternehmen. Dies gilt beispielsweise für die Arbeitszeiten und den Umgang mit gefährlichen Chemikalien. Angesichts der aufgedeckten Mängel haben die in der Studie genannten Unternehmen die Möglichkeit erhalten, Stellung zu den Vorwürfen zu nehmen.

Laut makeITfair hat keine der Firmen das niedrige Lohnniveau in den Zulieferfirmen bestritten. Verbraucher, die gegen das Problem protestieren möchten, können unter http://makeitfair.org/aktiv-werden/email-action-DE2 eine virtuelle Postkarte an ihren Handy-Hersteller schicken.