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Hamburg/Kiel: Hamster, Mäuse und Staubsauger: Spielzeug für den USB-Anschluss

Hamburg/Kiel : Hamster, Mäuse und Staubsauger: Spielzeug für den USB-Anschluss

Ein Laptop, eine Maus und ein Drucker: Das ist in vielen Fällen heute die Standardausstattung am Schreibtisch. Doch in jüngster Zeit wird das Bild oft bunter: Tassenwärmer, kleine Ventilatoren mit „Schwanenhals” und sogar hypnotisierende Lavalampen halten ihren Einzug ins Einheitsgrau.

„Gadgets” heißen diese Teile, die meist aus Fernost kommen und eines gemeinsam haben: Sie werden alle über den USB-Anschluss des Computers mit Energie versorgt. „Das Prinzip ist einfach: Der Strom kommt über den Rechner, angeschlossen werden die „Gadgets” über eine Schnittstelle, die normalerweise zur Datenübertragung da ist”, erklärt Philipp Stern, der die Webseite „getdigital.de” betreibt und „Gadgets” verkauft.

„Der USB-Anschluss an Computer und Laptop ist eine der wenigen universellen Schnittstellen, die es auf der Welt gibt”, sagt Peter Knaak, Computerexperte bei der Stiftung Warentest in Berlin. Doch nicht mehr nur Kabel für alle gängigen Drucker, Mäuse, Tastaturen oder Digitalkameras stecken in den Ports, von denen die meisten Rechner mindestens drei haben, sondern eben auch für viel Spielzeug.

„Mit Hilfe so genannter USB-Hubs kann man die Zahl der Anschlüsse ohne Probleme vervielfachen”, sagt Carin Behrens aus Hamburg, die Inhaberin des Webshops „usb-spass.de”. Auch diese Hubs, wie die Mehrfachsteckdose für USB-Kabel und -Geräte genannt werden, sind in der Regel grau, flach und funktional.

Anders ist es bei Behrens: Ihre Hubs mit vier Anschlüssen sind transparent dunkelblau, rund und haben in der Mitte ein mit meerblauer Flüssigkeit gefülltes fünfeckiges Schwimmteil, in dem wahlweise ein gelbes Quietsche-Entchen, ein Wal oder ein Weihnachtsmann badet. „Man braucht einfach etwas Lustiges am Schreibtisch, wenn man den ganzen Tag am Computer sitzt”, so Behrens.

Die Zahl der „Gadgets”, die Spaß auf den Schreibtisch bringen können, geht in die Hunderte, meint Stern. „Allerdings gibt es Vieles nicht in Deutschland, sondern eher in Japan, China, Amerika und England”, sagt Behrens.

Beim japanischen Anbieter „raremonoshop.com” zum Beispiel gibt es derzeit überwiegend Dinge, die das Leben am Computer gemütlicher machen sollen: beheizbare Fingerhandschuhe, mit denen es sich bequem tippen lassen soll, Hausschuhe mit integriertem Heizkissen, wärmende Augenmasken oder Heizkissen für den Bürostuhl.

Etwa 20 bis 50 US-Dollar (rund 14,60 bis 36,50 Euro) kosten diese „Gadgets”. Günstiger sind Geräte, die hier zu Lande in Webshops zu haben sind. So kostet ein kleiner Ventilator, der an den Bildschirm gesteckt werden kann, etwa 10 Euro. Ein Blumentopf aus Plastik, dessen Blüte ebenfalls ein Ventilator ist, kostet etwa 15 Euro.

Auch Licht und Musik gibt es über den USB-Port. „Flutlicht” nennt Carin Behrens ihre Lampe an einem biegsamen Schwanenhals. „Das sind fünf kleine weiße LEDs mit einer patentierten Spiegelkonstruktion, die das Licht reflektiert”, erläutert sie. Radios lassen sich ebenso an einen Rechner anschließen wie Ladegeräte für Akkus, Lautsprecher und Webcams.

Der Clou in Sachen Computerhygiene ist ein kleiner Staubsauger, der Tastatur und Cardreader gleichermaßen reinigt. „Der Sauger ist mit Beleuchtung ausgestattet, so dass man sehen kann, ob die Krümel auch alle weg sind”, beschreibt Behrens das Gerät.

Doch nicht nur Praktisches gibt es im Reigen der „Gadgets” - auch der Spieltrieb wird befriedigt. „Den haben sich die „Geeks”, die sehr technikaffin sind, oft noch ein bisschen mehr erhalten”, sagt Stern. So sei zum Beispiel der „Missile Launcher” - ein kleiner Panzer, dessen Schaumstoffgeschosse mit der Maus und der zugehörigen Software abgeschossen werden - der absolute Renner. „Man muss ja im Büro mit dem Programmiererkollegen nicht immer nur Argumente austauschen.”

Wer es weniger kriegerisch am Arbeitsplatz haben will, kann sich auch an plüschigem Getier erfreuen. So ist etwa ein USB-betriebenes Hamsterrad im Angebot, in dem ein kleiner, brauner Plüschhamster seine Runden dreht, sobald Finger die Tastatur anschlagen.

Auch zur Beruhigung und um etwas Atmosphäre auf den Schreibtisch zu bringen, haben die Shops eine breite Palette von „Gadgets” im Angebot. „Zu Weihnachten gibt´s einen geschmückten kleinen Tannenbaum und einen singenden Schneemann”, sagt Behrens.

Wer eher Ruhe in der Ablenkung braucht, kann sich auf eine USB-betriebene Lavalampe konzentrieren oder Plastikfische zählen, die durch ein kleines, blaues Aquarium neben dem Rechner schwimmen.