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Hannover: Grüne Lösungen für Stromfresser auf der CeBIT 2008

Hannover : Grüne Lösungen für Stromfresser auf der CeBIT 2008

Es wäre schön, wenn das Motto der diesjährigen CeBIT Einfluss auf das Wetter hätte. Meist muss sich der Hannover-Besucher im März auf Grau und Regen einstellen. Die Deutsche Messe AG wirbt nun für die größte Computermesse der Welt mit der Parole „Green IT”.

Server, aber auch Rechner des kleinen Mannes sollen weniger Strom verbrauchen und die verwendeten Materialien die Umwelt weniger belasten. Die CeBIT ist natürlich keine reine Öko-Schau - letztlich zählt für den Kunden vor allem die Leistung der angepriesenen Produkte.

Gebündelt wird das Thema ressourcensparende Informationstechnologie im „Green IT Village” in Halle 9. Gemeinsam mit der vor allem von Herstellern getragenen Initiative Climate Savers Computing zeigt die Messe hier „grüne Lösungen”. Angesichts der horrenden Kosten, die der Energiebedarf der IT-Abteilungen großer Unternehmen verursacht, geht es vor allem um professionelle Lösungen. Aber auch der Verbraucher soll Anregungen mitnehmen: „Wir wollen das Bewusstsein für stromsparende IT schärfen”, erklärt Hartwig von Saß, Pressesprecher der Deutschen Messe AG in Hannover.

Möglicherweise können die Besucher der Messe, die vom 4. bis zum 9. März dauert, eine neue Geräteklasse bewundern: Es geht um eine neue Generation mobiler Geräte - die auch als Mobile Internet Device (MID) bezeichneten Produkte sollen die Lücke zwischen Smartphone und Notebook füllen. Da der Prozessorhersteller Intel im Frühjahr seine neue Plattform Menlow vorstellen wird, gilt es als wahrscheinlich, dass entsprechende Endgeräte auf der CeBIT zu sehen sein werden.

Menlow basiert auf der 45-Nanometer-Fertigung, die auch bei den Prozessoren der Penryn-Serie für Notebooks und PCs Verwendung findet. Allerdings seien die Chips der Menlow-Plattform kleiner und deutlich stromsparender, erklärt Intel-Sprecher Martin Strobel. Da die CeBIT in diesem Jahr an einem Dienstag beginnt und stärker auf Geschäftskunden ausgerichtet ist, gibt sich Intel flexibel: Der Pavillon des Chip-Herstellers wird zum Wochenende umgebaut - dann sollen vor allem die Computerspieler angesprochen werden.

Die CeBIT 2008 ist eine Messe der fehlenden Elektronik-Riesen: Sharp ist in Hannover ebenso wenig vertreten wie Philips. Auch Sony zeigt auf der CeBIT keine Consumer-Produkte. Ferner glänzen die Notebook-Hersteller Lenovo und Dell durch Abwesenheit. Die CeBIT 2008 mit ihren mehr als 5500 Ausstellern aus rund 75 Ländern sei zwar vor allem eine Messe für Fachbesucher, so Hartwig von Sass. „Verbraucher sind aber weiterhin willkommen.” Diese dürfen sich zum Beispiel an neuen Produkten aus der Navigation erfreuen - fast schon ein CeBIT-Klassiker. Zu finden sind diese im Bereich „Telematics & Navigation”, der sich über die Hallen 14 und 15 erstreckt.

Mit von der Partie ist Navigon. „Wir stellen mit dem 8110 ein Gerät vor, das alle Features vereint, die heute im Bereich Navigation wichtig sind”, sagt Pressesprecher Michael Hoffmann. Das neue Spitzenmodell wartet mit einem verbesserten Fahrspurassistenten, 3D-Darstellung und dem Verkehrsinformationsdienst TMC Pro auf. Es arbeitet außerdem mit einer vereinfachten Spracherkennung.

Auch TomTom ist in Hannover mit dabei und wird in Kooperation mit Vodafone die Technologie „HD Traffic” vorstellen: Dabei werden Staus anhand der Positionsdaten von Handys erkannt. Für viel Aufmerksamkeit dürfte auch Garmin sorgen. Der bis dato auf Navis spezialisierte Hersteller zeigt in Hannover erstmals sein nüvifone genanntes Handy.

Wenn es um Notebooks geht, sind in diesem Jahr auch Billiggeräte ein Thema. Ein entsprechender Blickfang auf der CeBIT dürfte der EeePC von Asus sein: ein 920 Gramm wiegendes Laptop mit Linux-Betriebssystem, 7-Zoll-Display, 4 Gigabyte Solid State Drive. Das mit WLAN und Kamera ausgestatteter Mini-Notebook vertritt die neue Gattung der Billig-Rechner - der Preis beträgt 299 Euro.

Hier und da wird auf der Messe auch neue Unterhaltungselektronik zu sehen sein. Der Hersteller Technisat will einen LCD-Fernseher mit Full-HD-Auflösung und 46-Zoll-Diagonale (115 Zentimeter) zeigen. Das Gerät ist mit einem HDTV- sowie mit einem DVB-T-Tuner und einer 500 Gigabyte großen Festplatte ausgestattet.

Ein CeBIT-Dauerbrenner ist das Thema Fernsehen auf dem Handy. Vodafone will sein MobileTV-Angebot mit verbesserter Bildqualität und interaktiven Elementen zeigen. Fernsehen auf dem Handy wird laut Messesprecher von Saß eine wichtige Rolle spielen. Wer sich für dieses Thema interessiert, könnte in Halle 26 die Stände von T-Com und Samsung besuchen.

Am CeBIT-Wochenende (8. und 9. März), wenn es verstärkt private Besucher auf die Messe zieht, gibt es in Halle 16 den sogenannten IT-Fitness-Campus. Mit einem speziellen Bühnenprogramm sollen vor allem Studenten, Schüler und Auszubildende angesprochen werden, so von Saß. Auf der Agenda stehen Themen wie Web 2.0 und Bloggen. Eine weitere Neuerung dürfte ebenfalls am Wochenende zum Tragen kommen, wenn es auf dem Messegelände besonders voll ist: „Wir führen Fastlanes ein”, sagt von Saß. Wer sich vor dem Messebesuch auf der Website http://www.cebit.de registriert, darf an den Haupteingängen die Überholspur nutzen.

Eintrittskarten für die CeBIT

Eine Tageskarte für die CeBIT (4. bis 9. März) kostet im Vorverkauf 33 Euro, an den Tageskassen 38 Euro. Die Dauerkarte schlägt mit 71 Euro beziehungsweise mit 81 Euro zu Buche. Ermäßigte Tageskarten, etwa für Schüler und Studenten, sind ausschließlich an den Tageskassen erhältlich und kosten 17 Euro. Eintrittskarten können online unter http://www.cebit.de sowie telefonisch unter 01805/000689 (14 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz) bestellt werden.