1. Digital

GPS-Technik findet viele Anwendungsbereiche

Schlüsselfinder und Haustierortung : GPS-Technik findet viele Anwendungsbereiche

Das Globale Positionsbestimmungssystem (kurz: GPS) wurde einst vom US-Militär entwickelt. Der zivile Anwendungsbereich der GPS-Ortungstechnik wird jedoch immer mehr ausgeweitet.



Autofahren und Reisen sind ohne GPS-basierte Navigationssysteme für die meisten Menschen längst undenkbar. Doch auch die Ortung von Menschen, entlaufenen Haustieren und diversen Gegenständen ist dank modernster Technik keine Zukunftsmusik mehr.

GPS im Sport

Sport ist ein großes Einsatzgebiet für GPS-Technik. Sowohl Leistungs- als auch Hobbysportler nutzen GPS zur besseren Planung, Messung und Überwachung ihrer persönlichen Leistung, indem sie dafür sogenannte Tracks erstellen. Dabei werden die Positionsdaten über eine GPS-Uhr oder das Smartphone hochgeladen. Besonders häufig wird GPS beim Joggen und Radfahren verwendet. Die Fitness-Tracker bieten Sportlern über die bloße Positionsbestimmung hinaus noch viele weitere Vorteile. Sie können nicht nur Laufstrecken aufzeichnen und Schritte messen, sondern auch mit Sensoren den Puls messen und die Sauerstoffaufnahme berechnen.

Bei Wettkämpfen erlaubt GPS den Organisatoren und Teilnehmern eine bessere Planung und Kontrolle der Sportveranstaltung. Für die Zuschauer bietet sich mit dem Einsatz des GPS-Trackings eine einzigartige Möglichkeit, das Wettkampfgeschehen am heimischen PC oder mobil auf dem Smartphone live mitzuerleben. Die Routen der Teilnehmer können in Echtzeit bis ins Detail verfolgt, verglichen und im Anschluss besser ausgewertet werden.

Ortung von Firmenfahrzeugen

Einen hohen wirtschaftlichen Nutzen bietet neueste GPS-Technik auch Unternehmen und Betrieben, deren Mitarbeiter viel mit Firmenfahrzeugen im Einsatz sind. Eine GPS-Ortungs-Software wie diese ermöglicht es Firmen, das Fahrverhalten der mobilen Mitarbeiter in Echtzeit zu tracken und zu koordinieren. Die Fahrten können auch zu einem späteren Zeitpunkt wiedergegeben und analysiert werden. So können effizientere Routen ermittelt, die Fahrzeit verkürzt, der Kraftstoffverbrauch reduziert und die Effizienz des Teams verbessert werden. Der Arbeitgeber kann außerdem eine unautorisierte Fahrzeugnutzung, zum Beispiel außerhalb der Arbeitszeit, erkennen. Des Weiteren lassen sich gestohlene Fahrzeuge mit einem GPS-Tracker auf wenige Meter genau orten.

Die Fahrzeugortung ist nicht nur für Unternehmen wie Lieferdienste interessant. Sie kann auch Sicherheits- und Rettungskräfte während der Einsätze orten und sie bei ihrer Arbeit unterstützen, indem sie sie schneller zum Einsatzziel führt. Das kann in Notfällen sogar Menschenleben retten.

Generell kann ein GPS-Tracker natürlich auch Privatpersonen helfen, bei einem Autodiebstahl ihr Fahrzeug wiederzufinden. Wichtig ist hierbei, auch die laufenden Kosten eines GPS-Trackers im Fahrzeug zu berücksichtigen, etwa für die Signalübertragung und für die eventuell benötigte Mobilfunkverbindung.

Ortung von hilflosen Menschen

Überwachung von Menschen ist ein heikles und kontroverses Thema. Das Überwachen anderer Personen ohne deren Erlaubnis ist strafbar. Die Nutzung der GPS-Technik zum Personen-Tracking muss also streng mit den geltenden Datenschutzgesetzen übereinstimmen. Eltern ist es nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch erlaubt, ihre Kinder zu kontrollieren. Jedoch sollte die Privatsphäre mit zunehmendem Alter respektiert werden, so die Experten. Viele Eltern wollen ihre Kinder vor Gefahren schützen und in Notfällen schnell reagieren können.

Anbieter von GPS-basierten Tracking-Apps haben inzwischen eine Vielzahl an speziellen Anwendungen zur Ortung von Kindern auf den Markt gebracht. Mittels einer Kontroll-App wie "Parental Control" oder "Family Time" können besorgte Eltern auf einer Karte den Standort ihres Kindes einsehen, solange es sich im Freien befindet. Mit einer Ortungsfunktion können Eltern auch einen sicheren Bereich festlegen, in dem sich das Kind aufhalten kann, den sogenannten Geozaun. Verlässt das Kind den besprochenen Bereich, löst die App auf dem Smartphone der Eltern einen Alarm aus.

Schlüsselfinder und Haustierortung

GPS erweist sich immer mehr als praktischer Alltagshelfer. Wer hat sich nicht schon mal gewünscht, dass ein vermisster Alltagsgegenstand ein Signal aussendet, sodass man ihn schnell wiederfinden kann? Mit einigen GPS-basierten Lösungen wie dem Schlüsselfinder ist das jetzt möglich. Dabei wird ein kleiner GPS-Sender am Schlüsselbund, an der Geldbörse oder sogar am Halsband des Haustiers installiert und eine Tracking-App auf das Smartphone heruntergeladen, mit der der Besitzer sein Hab und Gut und auch seine Katze oder seinen Hund orten kann.

Die Ortungstechnik am Halsband kann als eine Ergänzung zur Registrierung im Haustierregister (Chippen) dienen, bleibt jedoch nicht ohne Kritik. Tierschützer warnen nämlich davor, dass die Ortungshalsbänder für kleine Tiere wie Katzen zu schwer sein und diese damit in Zäunen hängen bleiben könnten.

(vo)