1. Digital

Forscher prophezeit düstere Zeiten durch Datenverlust

Forscher prophezeit düstere Zeiten durch Datenverlust

Düsseldorf. Wenn jemand vor 25 Jahren seine Lebenserinnerungen geschrieben hätte, auf welches Trägermedium hätte er am besten gesetzt? Auf die damals aktuelle 8-Zoll-Diskette oder auf ein Schulheft?

Schon die heute 40-Jährigen kann man mit der Übergabe einer solchen Diskette in Verlegenheit versetzen - so etwas haben sie vielleicht noch nie gesehen. Bei den Dreißigjährigen reicht schon die 5 1/4-Zoll-Diskette, bei den Zwanzigjährigen das in den vergangenen Jahren „verstorbene” 3 1/2-Zoll-Format.

Natürlich bröseln auch Buchseiten und vergilben Fotos mit der Zeit, aber bei digitalen Medien gilt oft das Prinzip: Alles oder nichts. Entweder sind sie vollständig zu lesen oder gar nicht. Jerome P. McDonough von der US-amerikanischen University of Illinois fürchtet, dass wir in Zukunft ein großes Problem mit Daten haben werden, auf die wir keinen Zugriff mehr haben.

Nach seinen Angaben geht es um Hunderte Trillionen Bytes, die unsere Informationsgesellschaft produziert hat. Da sich Datenformate und Abspielgeräte so schnell ändern, drohe unwiederbringlicher Verlust: „Wenn wir die Informationen von heute nicht für künftige Generationen verfügbar halten, werden wir einen großen Teil unserer Kultur verlieren.”

Im Augenblick seien Magnetbänder besonders betroffen. Nur noch zwei Lesegeräte auf der Welt gebe es für die Daten der US-Volkszählung von 1960. Und ein Teil der Daten der NASA-Marsmission von 1976 sei überhaupt nicht mehr lesbar und für immer verloren.