Aachen : Firmen in Netzwerken: Der weite Weg zum Social Enterprise
Aachen Deutsche Unternehmen sind im Social Web angekommen - so könnte man die jüngsten Zahlen des ITK-Verbands Bitkom lesen, der den Status quo untersucht hat. Doch diese Überschrift wäre unsinnig, was wohl auch die Verbandssprecher so sehen dürften.
Fakt ist, dass immer mehr Unternehmen einen oder zwei Mitarbeiter dafür abstellen, das Marketing über Facebook und Twitter anzukurbeln. Sie beantworten Anfragen von Kunden und recherchieren deren Stimmung im Zusammenhang mit den eigenen Produkten und Services.
Damit ist zweifellos ein Anfang gemacht, aber die Vision einer Unternehmenskultur, die von abteilungs- und hierarchieübergreifender Kommunikation, transparenter Zusammenarbeit und Wissenstransfer geprägt ist, bleibt noch in weiter Ferne.
Man muss sich nur ansehen, wie viel Zeit die Menschen im Social Web verbringen, um zu verstehen, dass Wettbewerbsfähigkeit in Zukunft immer mehr davon abhängt, hier das Richtige zu tun. Aber was ist das Richtige?
Vergessen wir einfach mal Facebook, Xing und Twitter und fangen intern an. Wie kann es gelingen, sich dem Ideal eines Social Enterprise zu nähern? Die von der Konzernspitze ausgegebenen und in der Organisation verankerten Ziele könnten sinngemäß lauten:
- systematisch einfache und effiziente Formen der Zusammenarbeit von Teams und Abteilungen etablieren;
- einen ungehinderten Zugriff auf relevante Informationen und Wissen jenseits der Büro- und Abteilungsgrenzen schaffen;
- Entscheidungsprozesse transparent machen und beschleunigen;
- E-Mails, Meetings und Konferenzen einschränken.
Dass es in diese Richtung geht, zeigt die weltweit ungebremste Nachfrage nach Collaboration-Tools wie beispielsweise Sharepoint, Jive oder Confluence. Viele Unternehmen beschäftigen sich mit der Technik, sammeln Erfahrungen und beginnen vorsichtig, sich zu einem Social Enterprise zu transformieren. Doch längst nicht alle haben dafür die kulturellen Voraussetzungen.
Weniger Meetings und Mails: Diese Erwartungen erfüllt Web 2.0 in Firmen eher nicht. Altimeter hat Unternehmen befragt und leitet daraus vier Tipps ab.
Zuerst sollten die Entscheider herausfinden, an welchen Stellen eine verbesserte Kommunikation und Zusammenarbeit sinnvoll wäre. Ein Ziel wäre auch ein langfristiger Wandel in der Unternehmenskultur.
Mitarbeiter wollen wissen, wie sich sie auf der ESN-Plattform konkret austauschen können. Es hilft, ihnen im Vorfeld den Fahrplan für konkrete Kampagnen oder Events aufzuzeigen.
Die Zahl der Posts und persönlichen Nachrichten sagt nicht viel aus über eine verbesserte Kommunikationskultur. Wenn zum Beispiel Hierarchien geebnet werden sollen, ist es viel interessanter, ob Mitarbeiter sich auch im sozialen Netzwerk über Hierarchieebenen hinweg vernetzen.
Vorgesetzte sind, so sollte es sein, Vorbilder. Sie sollten Social Media nicht nur unterstützen, sondern aktiv nutzen - und dabei die Kommunikationskultur vorleben, die sie sich wünschen.
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