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Köln/Bonn: Filme für Millionen: Videoportale im Internet sind leicht zu nutzen

Köln/Bonn : Filme für Millionen: Videoportale im Internet sind leicht zu nutzen

Um Filme Millionen Menschen zugänglich zu machen, bedarf es weder eines TV-Senders noch einer Hollywood-Karriere. Freizeitregisseure können ihre Werke einfach im Internet auf speziellen Videoplattformen veröffentlichen. Die Bedienung ist selbst für Einsteiger kinderleicht.

Allerdings müssen beim Einstellen der Filme die Urheberrechte anderer beachtet werden. Darüber hinaus empfiehlt es sich, das Kleingedruckte zu lesen - darin steht, was die Portalbetreiber mit den Videos anstellen dürfen.

Das populärste Videoportal, „YouTube”, stammt aus den USA. Mit „MyVideo”, „Clipfish”, „sevenload”, „zeec”, „Google Video”, „Yahoo! Video”, „FOCUS Online LiVE” und „FMarket” buhlen auch immer mehr deutschsprachige Webseiten um Nutzer. Dabei steigt die Zahl derjenigen, die Videoportale als Bühne nutzen, sagt Ibrahim Evsan, Geschäftsführer des Portals „sevenload” mit Sitz in Köln. Jeder könne eben irgendetwas gut, und das Internet ermögliche es, dies günstig einem größerem Publikum zu zeigen.

Ein Computer mit breitbandigem Internet-Anschluss wie DSL und eine digitale Kamera - das reiche schon, um den eigenen Minifilm online zu bringen, sagt Patrick Woods vom Online-Magazin „netzwelt” in Bonn. „Die Bedienung ist sehr leicht. Expertenwissen ist nicht nötig.” Bevor der erste Film hochgeladen werden kann, muss sich der Nutzer auf der Seite des Anbieters registrieren.

In einer Eingabemaske des Videoportals wird die Filmdatei vom Speicherort ausgewählt und per Mausklick hochgeladen. Die Dauer variiert je nach Dateigröße und Internetanschluss. Bei manchen Portalen wie etwa „Clipfish” oder „zeec” ist sogar eine Live-Einspeisung via Webcam ohne weiteres möglich.

In der Regel kann festgelegt werden, ob das jeweilige Video frei veröffentlicht oder nur einem eingeschränkten Betrachterkreis zur Verfügung stehen soll. Damit andere Nutzer die Videos besser finden, werden sie mit so genannten „Tags” verschlagwortet. Eine technische Bearbeitung der Videodaten ist nur im Ausnahmefall nötig. „Die Anbieter akzeptieren in jedem Fall die gängigsten Formate, manche unterstützen nach eigenen Angaben sogar jedes”, sagt Woods.

Allerdings sollten mit einem MiniDV-Camcorder gemachte Aufnahmen wegen der enormen Datenmenge komprimiert werden, empfiehlt Woods. Während die Anbieter dem Gesamt-Upload keine Grenzen setzen, dürfen einzelne Videodateien im Schnitt nicht größer als 100 Megabyte (MB) sein. Ausnahmen bilden etwa „sevenload”, wo das Doppelte akzeptiert wird, und „Google Video”, wo gar keine Beschränkung gilt.

Bevor das Video auf der Plattform angeschaut oder per HTML-Code in die eigene Webseite integriert werden kann, ist noch einmal Geduld gefragt. „Der Plattformbetreiber wandelt die Datei zunächst noch in das einheitliche Flash-Format um”, sagt Woods. Das kostet ein paar Minuten, erspart anderen Nutzern beim späteren Betrachten mit ihrem Browser aber Kompatibilitätsprobleme.

Anstößiges und Unzulässiges ist tabu, ansonsten darf gezeigt werden, was gefällt. Humor zieht immer, und in der Kürze liege auch online die Würze, so Ibrahim Evsan. „Lustiges muss in einer Minute erklärt sein, für Informatives sind 12 Minuten ok. Länger als etwa 20 Minuten halten Sie im Internet aber niemanden bei der Stange.”

Zurzeit sind die Videoportale häufig noch Sammelbecken für im Internet kursierende Clips. Viele dieser Kurzfilme verletzen Urheberrechte, lautet die Einschätzung Carsten Ulbricht, Rechtsanwalt in Stuttgart. „Es dürfen nur Inhalte hochgeladen werden, an denen der Nutzer auch die Rechte hat”, erklärt der Urheber- und Internetrechtsexperte. Für Musikvideos vom Lieblingsstar etwa werden diese schwer zu erhalten sein. Einfacher fallen dürfte dies bei Heimvideos, sofern der Urheber bekannt ist. Hier genügt laut Anwalt Ulbricht eine Anfrage per E-Mail. Sage der Rechteinhaber zu, liege formal eine Lizenz vor.

Auch ihre eigenen Rechte sollten Nutzer nicht leichtfertig vergeben, rät Patrick Woods von „netzwelt”. Die Nutzungsbedingungen vieler Portale hätten es in sich. Zum Beispiel räumt sich „Clipfish”, eine Tochter des Fernsehsenders RTL, das Recht ein, eingestellte Inhalte unentgeltlich für „andere Medien weltweit öffentlich zugänglich” machen zu dürfen. Andere Videoportale verfahren ähnlich.

„Wer in so einem Fall sein Video plötzlich im Fernsehen sieht, obwohl er das nicht möchte, kann dagegen nicht so ohne weiteres etwas unternehmen”, gibt Ulbricht zu bedenken. Wer die Kontrolle über seinen Film behalten möchte, sollte daher genau überlegen, welche Aufnahmen er auf welche Videoplattform hochladen will, rät Woods.