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Filesharing: Datentausch mit Risiken

Filesharing: Datentausch mit Risiken

Düsseldorf. Über das Internet tauschen viele Menschen Multimedia-Dateien wie Videos oder digitale Musikstücke kostenlos aus. Es gibt speziell darauf ausgelegte Plattformen, über die nach einer Registrierung das sogenannte „Filesharing” abgewickelt werden kann.

Bei der Nutzung solcher Angebote ist jedoch Vorsicht geboten, denn sie sind nicht immer legal und sicher: In Filesharing-Netzwerken, die auch als Peer-2-Peer-Netzwerke bezeichnet werden, befinden sich die Daten auf den Computern der Anwender. Die Rechner stehen über eine Software und das Internet untereinander in Verbindung, weshalb die Anwender Dateien miteinander austauschen können. Diese werden von den Computern anderer Anwender heruntergeladen oder Nutzer greifen auf den Rechner eines Teilnehmers zu.

Werden hierbei urheberrechtlich geschützte Werke ausgetauscht, darunter etwa Raubkopien der neuesten Kinofilme oder aktuelle Musiktitel aus den Charts, ist das Filesharing in den meisten Ländern illegal.

In Deutschland können solche Urheberrechtsverstöße geahndet werden, allerdings wird derzeit nicht immer so hart durchgegriffen, wie es theoretisch möglich wäre. So lehnt beispielsweise die Berliner Oberstaatsanwältin Vera Junker die Verfolgung von Tauschbörsennutzern grundsätzlich ab. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung hat sie dies jüngst damit begründet, dass die Erfolgsaussichten für die Ermittlung der Täter meist sehr gering seien.

Darauf verlassen sollten sich die Nutzer von Filesharing-Plattformen jedoch nicht, denn andere Juristen könnten die Erfolgsaussichten einer Strafverfolgung höher einschätzen. Im Auftrag der Rechteinhaber an den illegal getauschten Werken könnten sie gegen „Filesharer” vorgehen.

Das Tauschen geschützter Werke ist vor allem deshalb verboten, weil dadurch unter anderem der Film- und Musikindustrie ein hoher finanzieller Schaden entsteht. In Großbritannien überlegt laut dem Online-Portal „paidContent:UK” derzeit offenbar ein Anbieter von Internet-Dienstleistungen, seinen Kunden ab 2009 möglicherweise eine gebührenpflichtige Filesharing-Plattform zu offerieren. Damit soll das Tauschen der Dateien legalisiert und aus den Einnahmen Entschädigungen an die Rechteinhaber gezahlt werden.

Abgesehen von der Frage der Legalität sollte sich bei der Nutzung von Tauschbörsen auch über die Sicherheit Gedanken gemacht werden. Über die Netzwerke werden immer häufiger mit schädlicher Software infizierte Videos und auch sogenannte Cheats für Spiele in Umlauf gebracht. Bei den Cheats handelt es sich um Hilfen, um den Spielverlauf zu den eigenen Gunsten zu manipulieren, was unter anderem mit kleinen Programmen funktionieren kann.

Weil viele Online-Kriminelle wissen, wie beliebt Cheats sind, setzen sie auf diese Tools, um damit ihre Spionage-Software heimlich auf den Rechnern möglichst vieler Anwender einzuschleusen. Dieses Risikos sollten sich die Tauschbörsen-Nutzer grundsätzlich bewusst sein.