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Düsseldorf: Facebook und Privatsphäre: Lieber sparsam mit Daten umgehen

Düsseldorf : Facebook und Privatsphäre: Lieber sparsam mit Daten umgehen

Wer das soziale Netzwerk Facebook nutzt, muss sich nicht nur um eine mögliche Überwachung durch US-Geheimdienste sorgen. Auch Facebook selbst und kooperierende Unternehmen analysieren und nutzen persönliche Daten der Kunden - zum Beispiel für persönlich zugeschnittene Werbung.

Damit das Netzwerk so wenig wie möglich personenbezogene Daten und Erkenntnisse über das eigene Lese- und Einkaufsverhalten im Internet sammelt, rät Julian Graf, Jurist bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (vznrw), zu Datensparsamkeit und maximalen Privatsphäre-Einstellungen. Aber hat man überhaupt einen Einfluss darauf, was Facebook über einen sammelt?

„Einfluss hat man dadurch, dass man sich genau überlegt, welche Daten man in sein Profil einträgt, oder welche Statusmitteilungen man veröffentlicht”, sagt Graf. Er rät dazu, lieber zweimal zu überlegen, bevor man Diensten wie Facebook seine Kreditkartendaten anvertraut oder Telefonnummern hinterlegt.

Damit das eigene Surfverhalten nicht aufgezeichnet wird, während man in Facebook eingeloggt ist, empfiehlt die vznrw den Einsatz von Drittanbieter-Cookies im Browser zu deaktivieren oder die Datensammelfunktionen des Netzwerks mit Add-ons für die Browser Firefox oder Chrome zu blocken. Beispiele für solche Add-ons sind „Ghostery” oder der „Privacy Badger” (Firefox/Chrome). Wer Facebook in einem separaten Browser nutzt, gibt weniger preis.

Auch von den Möglichkeiten, die Facebook Nutzern bietet, sollte man Gebrauch machen, rät Graf. Das Netzwerk erlaubt eine gewisse Kontrolle darüber, wie persönliche Daten und Vorlieben für Werbeanzeigen genutzt werden. „Das sollte man auf ein Minimum begrenzen”, sagt er. Und: Wer Facebook im Browser und der App nutzt, sollte prüfen, dass für beide Zugänge gleiche Einstellungen gelten.

Doch Facebook besitzt auch persönliche Daten von Nutzern, die diese nicht selbst angegeben haben. Auch von solchen, die gar kein Nutzerkonto haben. Viele Mitglieder des Netzwerks laden nämlich - absichtlich oder unbeabsichtigt - die Adressbücher ihrer Telefone auf die Server des Unternehmens. So sollen Freunde zum Vernetzen gefunden werden. Dabei gelangt das Unternehmen aber auch in den Besitz persönlicher Daten über den Bekanntenkreis - ohne Wissen und häufig gegen den Willen der Betroffenen.

„Das ist ein Riesenproblem”, sagt Verbraucherschützer Graf. „Wenn Freunde ihr Adressbuch synchronisieren, hat man eigentlich keine Handhabe.” Allerdings kann man Facebook zum Löschen aller über die eigene Person gespeicherten Daten auffordern. Graf: „Da muss man dann aber hartnäckig bleiben.”

(dpa)