London/Großbritannien: EU erhöht GPS-Genauigkeit mit eigenem Satellitensystem

London/Großbritannien: EU erhöht GPS-Genauigkeit mit eigenem Satellitensystem

Die Genauigkeit von GPS-Signalen möchte die Europäische Union (EU) erhöhen. Sie hat dafür nun drei Satelliten ins All geschossen, die bis auf zwei Meter genau die Position von GPS-Geräten wie Handys oder Navigationsgeräten bestimmen sollen.

Durch die präzisere Navigation und Ortung erhofft man sich in Europa neue und verbesserte Geschäftsmodelle, unter anderem könnten Mautgebühren nun zielgerichteter erfasst werden als bisher. Außerdem könnten beispielsweise Mobiltelefone via GPS konkrete Informationen zu nahen Sehenswürdigkeiten liefern, wenn man in fremden Städten auf Entdeckungstour geht.

Der jetzt gestartete GPS-Dienst der EU namens EGNOS bietet einen Vorgeschmack auf das Galileo genannte satellitengestützte GPS-System, das nach einem mit dem EU-Ministerrat ausgehandelten Kompromiss bis zum Jahr 2013 startklar sein soll. Eigentlich sollte Galileo bereits 2008 an den Start gehen, es hat jedoch Probleme mit der Finanzierung, der Vermarktung und dem Vertrieb gegeben.

Das voraussichtlich in der Einrichtungsphase rund 3,4 Milliarden Euro teure Projekt wird nun aus EU-Mitteln finanziert. EGNOS löst europaweit das System der US-Amerikaner ab, das bisher weltweit genutzt wurde und gegenüber dem EU-Dienst deutlich ungenauer sein soll. Signale konnten nur auf rund zehn Meter bestimmt werden, was vor allem auf Restriktionen des US-Militärs zurückzuführen ist.

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