Die digitale Welt: Eine große Hilfe bei der Erziehung

Die digitale Welt : Eine große Hilfe bei der Erziehung

Es gibt sie immer häufiger, diese Momente der absoluten Ruhe. In Restaurants oder Bars. Dort hört man gelegentlich keine Gespräche.

Sondern sieht, wie sich Menschen stumm gegenüber sitzen. Und damit beschäftigt sind, auf ihren Smart­phones im World Wide Web zu surfen. Oder WhatsApp-Nachrichten auszutauschen. Vielleicht sogar mit dem Gegenüber am Tisch.

Hin und wieder kann es allerdings auch zu Störungen kommen. Wenn beispielsweise eine vierköpfige Familie im Umkreis der in den Tiefen der digitalen Welt versunkenen Personen Platz nimmt und sich die beiden Kleinkinder lautstark weigern, die bestellten Spaghetti Bolognese zu verspeisen. Ein großes Drama!

Die Problemlösung von Mutter und Vater im 21. Jahrhundert sieht wie folgt aus: Beide Kinder bekommen jeweils ein Smartphone in die Hand gedrückt und das Lieblingsspiel auf dem Gerät geöffnet. Und siehe da: Plötzlich kehrt Ruhe ein. Und auch die Essenskomplikationen lösen sich in Luft auf. Um sich für die Herausforderungen in der digitalen Welt zu stärken, schlagen die Söhne nun regelmäßig bei den Nudeln zu. Problem gelöst! Würden die Menschen an den Nebentischen nicht selbst mit ihren Geräten beschäftigt sein, gäbe es wahrscheinlich Applaus für diesen pädagogisch wertvollen Lösungsansatz.

Ein Modell, was sicherlich zeitnah in den Schulen zum Einsatz kommen wird: Wer den Englisch-Unterricht stört, darf beim Lernen von neuen Vokabeln eine Serie seiner Wahl auf dem Smartphone anschauen. Wieso den Schüler zum Rektor schicken, wenn er durch Netflix & Co. vielleicht das ein oder andere fremdsprachige Wort aufsaugen kann?

Wichtig wird sein, diese Motivation auch in den Berufsalltag zu integrieren. Wer als Arzt praktiziert, sollte für eine vernünftige Work-Life-Balance bei Operationen eine Hand für die digitalen Freuden frei haben dürfen, wenn er in der realen Welt Menschen retten muss, die vergiftete Spaghetti gegessen haben. Oder einen Unfall hatten, weil sie vom Smartphone abgelenkt waren.

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