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Digitalisierung – was ändert sich in Zeiten von Corona

Unternehmen : Digitalisierung – was ändert sich in Zeiten von Corona

In der Corona-Krise haben Deutschland und der Rest der Welt erfahren, dass auch im 21. Jahrhundert noch gefährliche Seuchen oder Epidemien auftreten können. Das Corona-Virus ist in puncto Gefährlichkeit nicht mit der im Mittelalter grassierenden Pest vergleichbar, trotzdem stellte der sogenannte „schwarze Tod“ die Welt vor ähnliche Probleme.

Wieder ist es mit Gefahr verbunden, direkten Kontakt zu Mitmenschen zu suchen. Wieder gilt es, Strategien zu entwickeln, die verhindern sollen, dass sich der Virus ausbreitet. Neu ist allerdings, dass moderne Gesellschaften heutzutage nicht mehr auf menschlichen Kontakt angewiesen sind, um zu funktionieren.

Insbesondere die globale Wirtschaft – bestimmte Branchen wie die Gastronomie ausgenommen – haben bemerkt, dass das digitale Zeitalter Wege bietet, den Virus zu überlisten. Geschäftsbeziehungen lassen sich auch mithilfe von Telefon und Internet pflegen. Kunden können auch kaufen, ohne Geschäfte betreten zu müssen.

Kurz: Es hat ein Umdenken stattgefunden, insbesondere innerhalb der deutschen Wirtschaft.

Aber was ändert sich für Unternehmen und Arbeitnehmer genau in Zeiten von Corona? Ein Überblick.

Wie pflegen Unternehmen Geschäftskontakte?

Das Geschäftstreffen im Restaurant oder im Konferenzraum ist bis auf Weiteres nicht zu empfehlen. Dies kann man kritisch sehen – da schließlich einer der Pfeiler wegbricht, die beim Aufbau von Geschäftsbeziehungen eine Rolle spielen – ändern lässt es sich aber nicht.

Stattdessen sollten Geschäftspartner auch weiterhin Telefon- sowie Videokonferenzen und Chat-Plattformen für sich nutzen, um in Kontakt zu bleiben.

Tools wie Skype, Microsoft Teams oder bitrix24 ermöglichen es Usern, problemlos zu kommunizieren und Daten auszutauschen. Besonders interessant sind Cloud-Software-Lösungen, die erweiterte Möglichkeiten für Nutzer bieten, um Datenspeicher zu verwalten.

So können User auf gemeinsame arbeitsrelevante Dateien beispielsweise von verschiedensten Standorten aus zugreifen, wenn sie eine solche Software verwenden. Einzige Voraussetzung ist, dass die Geschäftspartner über stabiles Internet verfügen.

Das kann sehr nützlich sein, wenn es darum geht, Projekte oder Aufträge zu verwalten.

In diesem Zusammenhang ist es ebenfalls nicht unwichtig, zu wissen, dass auch größere Versammlungen wie bspw. Aktionärstreffen untersagt sind. Daher müssen sich viele Aktiengesellschaften zwangsläufig darauf einstellen, Videokonferenzen zu organisieren. Da an solchen mitunter Hunderte von Aktionären aus verschiedenen Ländern teilnehmen, bedeutet das einen erheblichen Organisationsaufwand. Auch in diesem Bereich zwingt der Corona-Virus also Betroffene dazu, digitale Lösungen zu finden – und das schnell.

Interne Prozesse während der Krise:

Es gilt allerdings nicht nur beim Kontakt mit externen Stellen, Regelungen zu erarbeiten. Selbstverständlich beeinflusst der Corona-Virus speziell interne Prozesse von Unternehmen. So haben viele Betriebe ihren Mitarbeitern die Möglichkeit gegeben, im Homeoffice zu arbeiten.

Das stellt sowohl Arbeitnehmer wie Arbeitgeber vor Probleme, birgt allerdings auch Chancen. Viele Unternehmen haben infolgedessen erlebt, dass sie den Tagesbetrieb während der Kontaktbeschränkungen problemlos weiterführen können. Ob und wie Homeoffice funktioniert, ist allerdings selbstverständlich von der Branche und dem Geschäftsbereich abhängig, in dem die jeweilige Firma tätig ist.

Fabriken oder Werkstätten können ihren Angestellten entsprechende Möglichkeiten natürlich nicht bieten. Falls ein Betrieb allerdings die nötigen Grundvoraussetzungen erfüllt, hängt der Erfolg oft davon ab, ob Mitarbeiter und Chefs gut miteinander vernetzt sind. Unternehmen erreichen das, indem sie ihre IT-Systeme auf den neuesten Stand bringen. Im Bereich der Buchhaltung gibt es beispielsweise mittlerweile eine Vielzahl von Programmen, die Arbeitnehmern sowie Arbeitgebern das Arbeiten von zu Hause aus erleichtern. Zusätzlich machen sich Betriebe unabhängig von externen Dienstleistern und sparen dadurch Kosten.

Ganzheitliche Lösungen für sämtliche Geschäftsbereiche bieten dagegen ERP-Softwares. Solche verbinden Mitarbeiter sowie Geschäftsstellen miteinander und fassen sämtliche Arbeitsprozesse eines Unternehmens in einem System zusammen. Sie ermöglichen es Mitarbeitern also nicht nur, aus dem Homeoffice miteinander zu kommunizieren, sie verkürzen allgemein auch Arbeitswege. Die großflächige Ausstattung von Unternehmen mit diesen Systemen ist allerdings noch Zukunftsmusik. Ein solches einzuführen, ist nämlich extrem teuer und zeitintensiv – spart aber auf lange Sicht Kosten.

Die Corona-Pandemie hat in Deutschland Entwicklungen angestoßen, die längst überfällig waren. Jetzt, wo die Digitalisierung einen Ausweg aus der Krise bietet, bemerken deutsche Firmen, dass sie jüngste Entwicklungen verschlafen haben. In Windeseile versuchen viele daher, sich zu modernisieren. Das Virus kann man also als Fluch und Segen betrachten. Doch unabhängig davon, wie Einzelne die Folgen der Krise für sich bewerten – jeder sollte sich der Tatsache bewusst sein, dass sie noch nicht ausgestanden ist.