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Frankfurt/Main: Digitale Spiegelreflexkameras sind auch für Einsteiger interessant

Frankfurt/Main : Digitale Spiegelreflexkameras sind auch für Einsteiger interessant

Digitale Spiegelreflexkameras werden immer erschwinglicher. Viele Hobbyfotografen haben schon lange mit einer solchen Investition geliebäugelt. Anfangs waren die Kosten von einigen Tausend Euro allerdings eher abschreckend.

Inzwischen seien Einstiegspreise schon unter 400 Euro für die Kamera - ohne Objektiv - realistisch, sagte Constanze Clauß vom Photoindustrie-Verband in Frankfurt. Es gibt auch von den renommierten Herstellern wie Canon, Nikon und Olympus vergleichsweise günstige Kameras - in der Regel, weil bereits Nachfolgemodelle auf dem Markt sind.

Wer nicht das neueste, üblicherweise technisch bessere Modell haben möchte, kann dann bei digitalen Spiegelreflexkameras einiges sparen. Für Fotofans, die etwas Erfahrung und schon eine oder mehrere Spiegelreflexkameras haben, reicht oft schon ein neues Kameragehäuse, weil die Objektive meist weitergenutzt werden können. Für Einsteiger, die erstmals eine Spiegelreflexkamera kaufen, kommt das nicht in Frage. Meist werde die Kamera, gerade im Weihnachtsgeschäft, aber ohnehin im Kit mit einem Objektiv angeboten, so Clauß.

Häufig seien das Objektive mit Brennweiten von 18 bis 55 Millimetern. „Also vom Weitwinkel bis zum kurzen Telebereich”, erklärt Herbert Noll von der Stiftung Warentest in Berlin. „Das entspricht dem klassischen Normalobjektiv bei den analogen Kameras und ist schon ganz vernünftig.” Die Kombination aus Kamera und Objektiv ist dann deutlich günstiger als beide einzeln. Die Preise beginnen um 500 Euro für die älteren Modelle der renommierten Hersteller.

Für ambitionierte Hobbyfotografen, denen ein Normalobjektiv nicht reicht, kommen leicht noch etliche Hundert Euro für weitere Objektive hinzu. Ältere Objektive, die schon mehrere Jahre mit einer analogen Spiegelreflexkamera im Einsatz waren, können zwar weitergenutzt werden. „Manchmal muss man dann aber Qualitätseinbußen hinnehmen”, sagte Clauß. „Das gilt zum Beispiel beim Fotografieren in Extrembereichen wie mit einem großen Tele oder bei Weitwinkeloptik.”

Und dann sei auch nicht zu vergessen, dass die Objektive technisch weiterentwickelt wurden. „Da hat sich viel getan, zum Beispiel bei der Lichtstärke.” Das ältere Objektive zu schlechteren Ergebnissen führen, könne durchaus sein, bestätigt auch Herbert Noll. „Das ist aber nicht automatisch so.”

Auch bei den Spiegelreflexkameras sind die angegebenen Pixelzahlen in schwindelnde Höhen gestiegen - 6 Millionen Pixel sind inzwischen die Untergrenze, 12 Millionen nichts Ungewöhnliches. „Ob man die braucht, ist eine andere Frage”, sagt Noll. „Eine neue Kamera nur wegen der höheren Pixelzahl zu kaufen, ist jedenfalls ballaballa.”

Vor dem Kauf sollten sich Kamera-Interessenten in jedem Fall ausführlich beraten lassen, empfiehlt Constanze Clauß. „Das geht im Fachgeschäft am besten. Da kann man mit der Kamera auch mal vor die Tür gehen und sie ausprobieren.” Etwas Zeit sollte man sich nehmen, auch um die Kamera und das Display bei Tageslicht zu testen.

„Es hilft auf jeden Fall, zu prüfen, welche Kamera einem besser in der Hand liegt. Beim Fotografieren sollte man außerdem ruhig mal verschiedene Standpunkte einnehmen.” Wie gut das Display ist, zeigt sich dann oft schnell, sobald Sonne drauffällt. „Viele Fachhändler bieten auch an, die Kamera einmal für kurze Zeit gegen Pfand auszuleihen.”

Digitalkameras sind wie Handys - oft wissen die Nutzer gar nicht, was alles damit möglich ist und übersehen viele Funktionen schlicht. „Damit muss man sich schon etwas beschäftigen”, sagt Clauß. „Viele Hersteller von Canon bis Nikon bieten extra Seminare dafür an.” Manchmal ist der Gutschein dafür im Kamera-Kit sogar enthalten.