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Ludwigsburg/München: Digitale Dunkelkammer: Programme helfen bei der Fotoverwaltung

Ludwigsburg/München : Digitale Dunkelkammer: Programme helfen bei der Fotoverwaltung

Noch vor ein paar Jahren hatten Hobbyfotografen mit Stapeln von Papierbildern zu kämpfen. Heute müssen sie ihre Datenberge sortieren.

Gratis-Programme und Software zum Kaufen helfen nicht nur beim Bearbeiten der Digitalfotos, sondern bieten auch Datenbankfunktionen. Sie erleichtern die Verwaltung der manchmal riesigen Datenmengen.

„Die meisten Programme haben sehr gute Stapelfunktionen und Bilddatenbanken”, sagt Werner Lüttgers, leitender Redakteur der in München erscheinenden Zeitschrift „Color Foto”. Meist gehört ein Browser dazu, wie er etwa auch im Office-Paket enthalten ist: zum Anschauen, Drehen oder Vergrößern der Dateien. Die Gratis-Erweiterung „Photo Toolkit” zum Beispiel erlaubt Hobbyfotografen, mit der „Windows Bild- und Faxanzeige” einfache Bearbeitungen vornehmen.

„Dann geht es darum, die Fotos möglichst schnell zu sortieren und umzubenennen”, sagt Klaus Vogel von der DV Photoakademie in Ludwigsburg (Baden-Württemberg). Die dafür nötige sogenannte Batch-Funktion bringen sowohl Programme zum Kaufen als auch kostenlose Software wie „Irfan View” oder „Photomeister” mit. „Auf den Speicherkarten werden die Bilder immer unter denselben Namen gespeichert - man muss sie umbenennen, um die Übersicht zu behalten.”

Doch mit dem einfachen Sortieren ist es nach Klaus Vogels Worten nicht immer getan - und auch hier gibt es entsprechende Funktionen: „Man kann die Bilder noch in Kategorien unterteilen - etwa mit einer Sterne-Bewertung.” Nach diesen Kategorien können die Daten später durchsucht werden.

Die abgespeckten und für private Nutzer gedachten Versionen der einschlägigen Software wie Photoshop Elements von Adobe oder Corel Paint Shop Pro Photo X2 bieten eine Fülle an Möglichkeiten, Bilder am Rechner zu bearbeiten. Etwa 80 bis 100 Euro kosten diese Programme, die als Vorreiter in der Bildbearbeitung gelten. Günstiger sind Titel wie der „Magix Digital Foto Maker” für 40 Euro oder „Ulead Photoimpact”, dessen aktuellste Version rund 70 Euro kostet.

Regelmäßig genutzt werden aber nur wenige der Möglichkeiten, die die Programme bieten: „Die meisten Hobbyfotografen machen nicht viel Bildbearbeitung”, sagt Lüttgers. „Schneiden, Kontrast, Schärfe, Farbe - komplexere Dinge sind für viele kein Thema.”

Man müsse ein wenig wissen über Bilder und deren Aufbau, sagt Vogel - aber die meisten wollten sich so genau gar nicht mit der Theorie auseinandersetzen. „Schon wenn man sich mit dem Tonwertumfang beschäftigt, kann man eine wahnsinnige Verbesserung der Qualität erreichen und viele unterbelichtete Bilder retten.” Ob die Bilder beschnitten werden müssen, hänge maßgeblich vom Auge des Fotografen ab. „Aber diese Grundfunktionen bringen alle Programme mit sich.”

Wenn es aber ans exakte Bearbeiten der Bilder geht, ist es mit Stapelfunktionen nicht mehr getan. „Dann muss man sich die einzelnen Bilder vornehmen”, sagt Vogel. An der Software scheitert es auf keinen Fall: So bietet zum Beispiel der Paint Shop laut Corel eine Fülle an „automatischen Werkzeugen für schnelle Resultate bis zu präzisen Steuerelementen für Feineinstellungen”.

Damit können Fotos etwa automatisiert in einem „Expresslabor” bearbeitet werden. Gleichzeitig gibt es spezielle Funktionen wie etwa „Make-up-Werkzeuge”, die Zähne aufhellen und Speckrollen abschmelzen können. Über digitale Wasserzeichen lässt sich mit wenigen Klicks die Urheberschaft eines Bildes regeln. Eine virtuelle Zeitmaschine lässt Fotos altern. Auch das Retuschieren von Bildfehlern ist bei den meisten Bearbeitungsprogrammen inzwischen in wenigen Klicks erledigt.

Doch nicht nur für die Bildinhalte bieten Programme wie Photoshop Elements oder Paint Shop eine Menge Bearbeitungsoptionen. Auch für die Präsentation der Urlaubs- oder Partyfotos stehen zahlreiche Hilfen bereit. Die abgespeckte Version des Photoshops etwa bietet benutzerdefinierte Layouts, die individuell angepasst werden können. Das Grafikbedienfeld hält Rahmen, Hintergründe, Grafiken und Effekte zum Aufbereiten der Bilder bereit.

Der Ausdruck von Bildern erfolgt in der Regel ebenfalls direkt aus den Programmen. „Das ist ein wichtiges Thema, allerdings drucken die meisten Nutzer nur einen kleinen Teil ihrer Bilder aus”, sagt Werner Lüttgers. Auch nach Vogels Einschätzung setzt sich das Verschicken kleiner Diashows oder einzelner Bilder immer mehr durch. „Heute muss man niemanden mehr mit dem Anschauen unzähliger Fotoalben quälen.”

Echte Diashows mit automatischen Bildfolgen und Hintergrundmusik allerdings können nach Lüttgers Worten ein Problem darstellen - wenn sie nicht auf dem heimischen Rechner angeschaut werden. „Es gibt kein einheitliches Format für diese Shows.”

Das heißt, dass sie zwar auf dem Rechner einwandfrei laufen, auf dem die Software installiert ist, mit der sie erstellt worden sind. Auf einem DVD-Player oder einem anderen Computer werden die Daten aber möglicherweise nicht erkannt. Mit einem Trick lässt sich das laut Klaus Vogel ändern: „Man kann eine Auswahl von Bildern als PDF-Datei speichern - diese kleine Datenmenge kann man einfach an eine Mail anhängen und verschicken.”