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Hannover/Berlin: Die IT-Branche bietet gute Jobchancen

Hannover/Berlin : Die IT-Branche bietet gute Jobchancen

Wenn im März die CeBIT ihre Pforten öffnet, beginnt nicht nur die weltgrößte Leistungsschau für Informations- und Telekommunikations-Techniken. Die Messe versteht sich auch als die größte Stellenbörse für den IT-Arbeitsmarkt. Die gesamte Branche hat einen wachsenden Bedarf an qualifiziertem Personal.

Dafür spricht auch das erneut gestiegene Interesse am „Job & Career Market”, wo Absolventen und erfahrene Spezialisten Kontakte mit vielen auf der Messe vertretenden Unternehmen knüpfen können.

„Erfreulich” nennt Bernhard Hohn von der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) in Bonn die Entwicklung des IT-Stellenmarktes. Gefragt waren nach Angaben der ZAV Spezialisten für Vertrieb und Beratung von IT-Dienstleistungen. „Viele Jobs entstehen an der Schnittstelle von Informatik und den Anwendungsbranchen”, ergänzt Maurice Shahd vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) in Berlin.

Außer IT-Beratern suche die Branche Fachleute für die Anpassung von Software an die spezifischen Bedürfnisse der Anwender, sagt Shahd. Gebraucht würden auch Projekt-Manager, die ganze Datenverarbeitungssysteme in Unternehmen organisieren. Shahd sieht im Informatikbereich sogar einen „Fachkräftemangel”. Die Zahl der arbeitslosen Datenverarbeitungsfachleute sei im Zeitraum von Januar 2005 bis November 2006 um 40 Prozent auf 38.000 gesunken. Bezogen auf die rund 1,5 Millionen beschäftigten IT-Fachleute könne man in diesem Arbeitsmarktsegment beinahe von Vollbeschäftigung sprechen: „Besser können die Jobaussichten gar nicht sein.”

Michael Schanz vom Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) sieht auch bei den Hardwarespezialisten einen „leergefegten Arbeitsmarkt”. Die Zahl der erwerbslosen Elektroingenieure und Informationstechniker lag nach Informationen der ZAV im September 2006 mehr als 30 Prozent unter dem Stand des Vorjahresmonats.

Es fehle sowohl an Informatikern als auch an Ingenieuren, sagt Tim Ackermann, Recruitingmanager von Microsoft Deutschland in München. Vor allem die Verbindung von technischen und wirtschaftlichen Kompetenzen sei sehr gefragt. Als Unternehmensberater in IT-Fragen seien Wirtschaftsinformatiker begehrt, sagt Jörn Roggenbuck, Pressesprecher von Siemens IT Solutions and Services.

Was IT-Spezialisten verdienen, zeigt eine Studie der Münchner Zeitschrift „Computerwoche” vom Oktober 2006. Demnach gehören IT-Berater mit SAP-Know-how und Projektleiter mit einem Durchschnittsgehalt von mehr als 60.000 Euro jährlich zu den Spitzenverdienern der Branche. Die Einstiegsgehälter im Bereich IT-Beratung liegen für Hochschulabsolventen im Schnitt bei rund 44.000 Euro, in der Software-Entwicklung bei knapp 39.000 Euro.

Ein Rückgang des Fachkräftemangels ist nach Angaben von Shahd vorerst nicht zu erwarten. Jährlich entstehe ein zusätzlicher Bedarf von 20.000 IT-Experten, der durch die erwarteten Absolventenzahlen nicht vollständig aufgefangen werde. Es sei zu befürchten, dass die Schere von Bedarf und Angebot weiter auseinander geht, sagt Shahd. Ackermann rechnet in fünf Jahren noch mit einem Mangel an Datenverarbeitungsfachleuten. „Der Trend hält an und wird sich eher noch verstärken”, glaubt auch Roggenbuck.