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Hamburg: Computer-Experten fordern Schutz vor Datenverbrechen

Hamburg : Computer-Experten fordern Schutz vor Datenverbrechen

Einen wirksamen Schutz vor Datenverbrechen fordern jetzt die Experten des Chaos Computer Club (CCC).

Anlass hierfür ist die jüngst publik gewordene Überwachungsaffäre bei der Telekom. Deutsche Unternehmen sollten so wenige Daten wie möglich speichern und den Umgang damit strenger kontrollieren. Der CCC kritisiert ferner, dass die derzeitige Behandlung von Datenverbrechen oft als Kavaliersdelikt abgetan werde und damit den Folgen für den Einzelnen nicht entsprechen.

Sollte die vom Staat vorgesehene Vorratsdatenspeicherung nicht gestoppt werden, hält der CCC den Telekom-Skandal für der Anfang einer langen Reihe von Datenverbrechen. Deshalb sollten nicht benötigte Verbindungsdaten von Internet- und Telefon-Nutzern nicht mehr aufgezeichnet werden. Derzeit müssen die Telekommunikationsanbieter die Daten ein halbes Jahr lang speichern.

Sogar die Daten von Flatrate-Kunden werden aufbewahrt, was laut dem CCC technisch in keiner Weise notwendig ist. Diese Praxis ermögliche eine noch weitergehende missbräuchliche Ausschnüffelung von Kommunikationsprofilen als im aktuellen Telekom-Fall. Opfer von Datenverbrechen sollten zudem einen Schadenersatzanspruch erhalten.

Darüber hinaus wünschen sich die Computer-Experten, dass bei allen Datenverbrechen die Täter klar benannt werden müssen und die Taten strikt geahndet werden. Außerdem sollten Arbeitnehmer, die Datenverbrechen in ihrer Firma aufdecken, einen umfangreichen Schutz vor Kündigung und anderen Nachteilen erhalten. Wer seiner Bürgerpflicht zur Wachsamkeit nachkomme, dürfe nicht mit dem Verlust seiner beruflichen Existenz bedroht werden.