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Hamburg: Böser Lord und Wild-West-Action: Neue PC-Spiele im Juli

Hamburg : Böser Lord und Wild-West-Action: Neue PC-Spiele im Juli

Ein Lord, das ist nicht nur irgendein Adliger - der Begriff steht ganz nebenbei auch für Eleganz, Stil und eine gewisse hochnäsige Zurückhaltung. In der echten Welt jedenfalls. In der Welt der PC-Spiele wird beim Lord schnell auch an den Overlord gedacht.

Denn dieser „Oberherr” war eine der wohl außergewöhnlichsten Spielfiguren der vergangenen Jahre, mit der das Bösesein so richtig Spaß machte. Als Nachfolger soll sich alsbald „Overlord II” auf den Festplatten etablieren.

Daneben gibt es im Juli trotz der eigentlich vermuteten Sommerflaute weitere Highlights: Angekündigt sind das Rollenspiel „Divinity II” und das Wildwest-Actionspiel „Call of Juarez”. Eine Möglichkeit zum kostenlosen Onlinespielen will zudem die deutsche Version von „Free Realms” bringen.

Mit „Overlord” erschien im Jahr 2007 ein Titel, der sich vom üblichen Spiele-Einerlei abhob: Hier ging es ausnahmsweise mal nicht darum, als edler Held das Böse zu bekämpfen. Vielmehr galt es, in die Rolle des finsteren „Overlords” zu schlüpfen und mit einer gehörigen Portion Zerstörungswut durch die virtuelle Landschaft zu stapfen - immer begleitet von den Schergen, einer Horde ziemlich durchgeknallter Winzlinge, die auch mal Kürbisse zu Schutzhelmen umfunktionierten. Denn der eigentlich Reiz von „Overlord” bestand darin, nicht nur stumpf böse zu sein - die Entwickler hatten das ganze mit reichlich Humor angereichert: zum Lachen böse sozusagen.

Mit dem Nachfolger „Overlord II” will Publisher Codemasters die überraschend erfolgreiche Tradition des Erstlings nun fortsetzen. Auch der neue Overlord durchstreift die Lande wieder mit seiner Armee aus leicht verblödeten Schergen, und der Spieler erlebt eine Handlung mit reichlich Action und nicht minder viel schwarzem Humor. Geschrieben wurde die Hintergrundgeschichte von Rhianna Pratchett - der Tochter des Erfolgsautoren Terry Pratchett. „Overlord II” soll bereits zum Monatsbeginn bei den Händlern stehen, der Preis wird bei rund 50 Euro liegen.

Humor stand dagegen bei den Entwicklern von „Divinity II: Ego Draconis” nicht ganz oben auf der Liste. Vielmehr handelt es sich hier um eine Rollenspiel, das grundsätzlich den bewährten und erfolgreichen Pfaden folgt: Sei ein Held, kämpfe für deine Ziele. Weil das aber wohl doch etwas zu simpel wäre, haben die Entwickler sich etwas Neues einfallen lassen. Der Held bekommt im Laufe der Handlung nämlich die Fähigkeit, sich in einen Drachen zu verwandeln. Daneben aber gilt es genretypisch reichlich Aufträge zu erledigen, Monster zu metzeln und die Fähigkeiten des Spielcharakters zu steigern. Publisher dtp will das Spiel am 24. Juli zum Preis von rund 50 Euro veröffentlichen.

Gänzlich neue Wege wiederum schlägt Sony Online Entertainment (SOE) aus San Diego mit dem Online-Spiel „Free Realms” ein. Die Neuerung beginnt damit, dass der Titel keine langwierige Installation der Daten auf dem PC benötigt - das soll in der Zeit erledigt sein, die ohnehin für die Erstellung des Spielcharakters aufgewendet wird. Außerdem geht es um die spielerische Freiheit: Wer will, kann Tieren Tricks beibringen, ein Haus dekorieren oder zahlreiche weitere Mini-Games absolvieren. Der Kampf gegen Monster und Ähnliches ist ebenfalls möglich, aber absolut freiwillig. Die fiesen Biester stehen nicht an jeder Ecke im Weg rum.

Außerdem ist „Free Realms” kostenlos. In den USA wurden bereits einen Monat nach der Veröffentlichung im April zwei Millionen registrierte Nutzer gefeiert. Noch im Juli soll nun die deutsche Version folgen. Weil natürlich kein Entwickler etwas zu verschenken hat, können Nutzer einen Premium-Account für voraussichtlich monatlich rund fünf Euro abschließen, der unter anderem die Möglichkeit beinhaltet, sich zusätzliche Spiel-Charaktere zu erstellen. Weitere Infos und den Spiel-Zugang gibt es unter http://www.freerealms.com

Aber mancher will eben doch einfach die gute alte Action. Allerdings ist die Hatz durch Weltkriegsszenarien oder auch moderne Großstädte mittlerweile durch unzählige entsprechende Titel etwas ausgelutscht.

Eine Alternative will daher Ubisoft im Laufe des Juli für etwa 50 Euro anbieten: „Call of Juarez: Bound in Blood” verlegt die Action nämlich in ein Wildwest-Szenario. Der Spieler übernimmt dabei die Herrschaft über die McCall Brüder und streift als Revolverheld umher. Das ist zwar ähnlich böse wie die Taten eines „Overlord” - von Humor ist in den Ankündigungen zu „Call of Juarez” dagegen nicht die Rede.