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„Black Mirror“ und die ethische Frage rund um KI: Schafft Intelligenz Bewusstsein?​

„Black Mirror“ und die ethische Frage rund um KI : Schafft Intelligenz Bewusstsein?

Die Serie „Black Mirror“, eine britische Fernsehshow von Charlie Brooker, gibt den Hinweis schon im Titel: Sie handelt vornehmlich um eine dystopische Betrachtungsweise technischer Entwicklung, von denen manche Komponenten bereits jetzt Teil unserer Gesellschaft sind.

Der „schwarze Spiegel“ ist das dunkle Display all der Geräte, die uns umgeben und in denen sich der Nutzer spiegeln kann.

Die meisten voneinander unabhängigen Episoden der Serie drehen sich um die Frage, ob und wenn ja wie die Geräte und Technologien, die wir selbst erfunden haben, in der Lage sind über unser menschliches Leben zu bestimmen.

Allerdings geht es dann auch immer wieder darum, was menschliches Leben eigentlich bedeutet und inwiefern es abgrenzbar zu KI ist.
Schafft Intelligenz Bewusstsein? Und müssen wir als Menschen diesem Bewusstsein mit ethischen Regeln begegnen?

So geht es bei „Black Mirror“ in einer Folge beispielsweise um eine, in der Forschungswelt um KI tatsächlich vorkommende Theorie, eine KI mittels digitaler Klone von echten Menschen zu erschaffen. In der Folge „USS Callister“ gelingt es einem genialen Programmierer digitale Abbilder seiner Kolleginnen und Kollegen zu erschaffen und mit diesen eine an „Star Trek“ angelehnte virtuelle Realität zu bevölkern, in welcher er die komplette Kontrolle über die fühlenden und bewussten Kopien hat.

Die offensichtliche Frage, die sich hier stellt, ist, ob ein digitales intelligentes Bewusstsein beherrschbar sein darf oder ob es im Umgang mit ihm dieselben ethischen Regeln angewendet werden müssen, wie mit echten Menschen. Das Schaurige an diesen Überlegungen kommt zu Tage, wenn einem bewusst wird, dass diese Idee heute schon theoretisch umsetzbar wäre.

Mithilfe eines Bildgebungsverfahren könnte ein Scan eines Gehirn gemacht werden, was allerdings momentan aufgrund der Zugänglichkeit zum Gehirn und dem Verfahren selbst, nur bei einem toten Menschen möglich wäre. Ein Computer könnte dann so programmiert werden, dass er in der Lage ist, die Scans zu einem dreidimensionalen Bild zusammenzufügen, welches dann tatsächlich in einem virtuellen Raum existieren würde.

Anschließend könnte es einem Computer mit sehr hoher Rechnungsleistung möglich sein, die neuronalen Netzwerke zu simulieren: Ein digitales Bewusstsein wäre geboren.

Die Debatte um den militärischen Einsatz von KI

Vor dem Hintergrund dieser technischen Möglichkeiten ist die Frage der Ethik also relevanter denn je und umfasst gleichzeitig mehr als nur die Frage, wie mit digitalen Bewusstsein umgegangen werden kann. Die Ethik rund um KI, hier zu unterscheiden von intelligenten, aber nicht lernenden Robotern wie beispielsweise einem cobot, dreht sich auch um Fragen nach der Strafbarkeit.

Besonders im Kontext des militärischen Einsatzes ist Künstliche Intelligenz hoch umstritten. In Form von Kampfrobotern, die mit Befehlen gefüttert, aber nicht mehr von Menschen kontrolliert werden, könnte die Verwendung grauenhafte Folgen haben.

Die Killerroboter-Debatte ist ebenfalls in „black mirror“ abgebildet. In der Folge „Metalhead“ jagt eine Maschine in Form eines kleinen Hunds gnadenlos eine Gruppe von Menschen, weil diese in ein Lagerhaus eingebrochen sind. Dies ist nur eine von vielen Folgen, die einem Schauer über den Rücken jagen und hoffen lassen, dass auch die Erfinder von KI „black mirror“ schauen und über die potenziellen Folgen ihrer eigenen Ideen reflektieren.