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App-Tipp: Mit "Blinkist" drei Bücher in 24 Stunden lesen

App-Tipp: „Blinkist“ : Ein ganzes Bücherregal in einer Woche

Ich habe in den vergangenen 24 Stunden drei Bücher gelesen: Die Autobiografie von Ex-FBI-Chef James Comey, ein Buch über Biohacking und eines zum Thema Kryptowährungen. Ich war auch arbeiten, beim Sport und ein Bier trinken. Die App „Blinkist“ macht es möglich.

Sie schrumpft Hunderte Seiten Sachbuchinhalt auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen, die der Nutzer innerhalb von 15 Minuten konsumieren kann. In der Bezahlvariante hat man so Zugriff auf 2500 Titel, die man entweder in zehn kurzen Textabschnitten lesen oder sich in der Audioversion vorlesen lassen kann.

Peter Wohllebens „Geheimes Leben der Bäume“ auf dem Weg zur Arbeit, Madeleine Albrights „Faschismus“ in der Mittagspause, Carsten Maschmeyers „Millionärsformel“ auf dem Klo – und plötzlich kann man überall mitreden, hat immer einen klugen Rat oder eine witzige Anekdote für das nächste Gespräch parat. Nach eigenen Angaben der Berliner Firma Blink Labs nutzen den seit 2013 verfügbaren Dienst sieben Millionen Menschen. Er passt zu unseren aktuellen Medienkonsum-Gewohnheiten. Informationen und Inhalte sollen nicht nur jederzeit verfügbar, sondern auch ansprechend und leicht zugängig präsentiert und aufbereitet sein.

Bei „Blinkist“ wird das übrigens nicht von einem Algorithmus übernommen, sondern von freien Autoren. Mit Sinn und Verstand sind die Bücher also schon zusammengefasst. Die Kernaussagen wirken wegen des extremen Reduzierens allerdings oft auch reichlich banal: Ausreichend schlafen, sich gut ernähren, viel bewegen, Stress und Alkohol meiden sind – nach meinen Erkenntnissen aus den „Blinks“ – die wichtigsten Elemente des Biohackings.

Ein weiterer Tipp des Konzepts, den man bei allem Ehrgeiz zur Selbstoptimierung nicht vergessen sollte: ab und an mal das Smartphone aus der Hand legen. Aber in der Zeit, in der man es nutzt, ist es vielleicht trotzdem sinnvoller, eine Idee davon zu bekommen, was eigentlich nochmal genau „Freakonomics“ waren, als den nächsten Level beim Spiel „Candy Crush“ zu knacken – man muss es ja nicht unbedingt als Klugscheißer-Wissen bei der nächsten Party einsetzen.