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Hannover: Antivirensoftware immer weniger wirksam

Hannover : Antivirensoftware immer weniger wirksam

Viele PC-Nutzer wähnen sich dank regelmäßig aktualisierter Antivirenprogramme in Sicherheit. Doch die Wirksamkeit von Antivirensoftware hat nachgelassen. Immer mehr Schädlinge mogeln sich an den Schutzprogrammen vorbei, wie die Zeitschrift „ct” (Ausgabe 1/08) berichtet.

Die Antivirensoftware-Hersteller versuchen den Vorsprung der Kriminellen zwar mit neuen Methoden zu verringern, doch das sogenannte Behavioural Blocking ist bislang noch nicht ausgereift.

Über 1000 Neuzugänge von Viren, Trojanern oder anderen PC-Schädlingen verzeichnet ein Magdeburger Antiviren-Testlabor mittlerweile pro Stunde. Heuristische Methoden sollen bereits seit längerer Zeit die wachsende Zahl an neuen Schädlingen aufspüren. Dabei versuchen die Programme, neue Schädlinge an ihrer Struktur zu erkennen.

Aufgrund der immer professioneller programmierten Viren und Trojaner sanken die Erkennungsquoten bei den heuristischen Methoden im Vergleich zum vergangenen Jahr aber um 10 bis 20 Prozent, wie die Zeitschrift weiter berichtet. Nur beim Auffinden von bereits bekannten Viren und Trojanern lieferten fast alle Antivirenprogramme gute Ergebnisse.

Beim Behavioural Blocking überwacht das Programm das Computersystem und versucht, Schädlinge am Verhalten zu erkennen. „Leider konnte uns aber nur ein Programm mit der neuen Schädlingsbekämpfungs-Methode überzeugen”, sagt „ct”-Experte Jürgen Schmidt.

Zu schaffen macht den Schutzsoftware-Herstellern vor allem die explodierende Zahl von Virensignaturen und die Erweiterung der Programme um Antispyware, die spionierende Werbesoftware fernhalten soll.

Im Test stellten Experten außerdem mangelhafte Programmierung bei einigen Titeln fest. So wurden 2007 in nahezu allen namhaften Antivirenprogrammen Sicherheitslücken entdeckt, die selbst ein Einfallstor für PC-Schädlinge werden können. „Trotzdem sollte man jetzt nicht auf Antivirensoftware verzichten”, warnt Schmidt. „Gar keinen Virenschutz zu haben, ist auf jeden Fall die schlechtere Lösung.”