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München/Nienburg: Alternative Webbrowser: Sicherer Surfspaß mit passendem „Brett”

München/Nienburg : Alternative Webbrowser: Sicherer Surfspaß mit passendem „Brett”

Webbrowser sind die Surf-Bretter der Internetnutzer - ohne sie gibt es keinen Ritt durch das weltweite Datennetz. Der „Internet Explorer” ist immer noch der verbreitetste Browser. Doch ein Blick über den Tellerrand lohnt sich, denn andere Programme schützen besser vor Datenschnüfflern und Netz-Kriminellen. Auch Bedienkomfort und Funktionsumfang sind häufig deutlich größer.

Den passenden Webbrowser auszuwählen, ist allerdings gar nicht so leicht, denn die Auswahl für Windows-Rechner ist größer als mancher Nutzer glaubt. Da fällt es auch kaum ins Gewicht, dass jüngst die Mutter aller modernen Browser, der Anfang der 90er erstmals erschienene Netscape Navigator, in Rente ging - sprich, dass seine Weiterentwicklung eingestellt wurde.

Der bekannteste alternative Browser ist Firefox von Mozilla. Da er unter anderem als sicherer gilt, jagt er dem Explorer nach und nach Nutzer ab. „Beim Firefox werden viel seltener Sicherheitslücken entdeckt”, sagt Andreas Hentschel von der in München erscheinenden Zeitschrift „Chip”.

Und wenn doch Lücken offensichtlich werden, sind sie schneller wieder geschlossen. „Wegen der eifrigen Firefox-Entwicklergemeinde werden auch die Komforteigenschaften regelmäßig verbessert”, sagt Christian Immler, Experte und Buchautor aus Nienburg (Niedersachsen).

Zum neuen Experten-Liebling entwickelt sich zunehmend der vielen Nutzern noch unbekannte Browser Opera. „Er lässt seinen Anwendern von Haus aus viele Freiheiten”, sagt Immler, der den Ratgebers „Das PC-Handbuch” geschrieben hat. So können für alle Webseiten eigene Einstellungen vorgenommen werden - etwa ob Cookies erlaubt sind oder nicht.

Ein E-Mail-Client und ein intelligenter Download-Manager, der unterbrochene Verbindungen neu startet, sind bei Opera ebenfalls dabei. Für Geübte nützlich ist das Bedienen per Maus-Gesten: Manche Funktionen werden aktiviert, indem der Cursor in bestimmter Weise über den Bildschirm bewegt wird.

Eigenschaften wie eine integrierte Suchmaschinenfunktion, ein Pop-up-Blocker, ein Phishing-Filter oder das parallele Öffnen von Seiten in einem Fenster - Tabbed Browsing - sind dagegen Standard, den Nutzer von einem Browser erwarten sollten.

Dass zurzeit dennoch auf den meisten Rechnern der Internet Explorer als Online-Surfbrett dient, liegt laut Hentschel von „Chip” daran, dass viele Nutzer an ihn gewöhnt sind. Zudem ist der Browser von Microsoft beim Betriebssystem Windows schon installiert. „Der Umstieg auf einen anderen Browser ist nur ein paar Mausklicks entfernt und die Eingewöhnung leicht”, ermutigt jedoch Hentschel.

Welcher Browser in Frage kommt, ist - sofern die Sicherheit stimmt - auch eine Geschmacksfrage. Wer häufig und intensiv bestimmte Web-Funktionen nutzt, kann sogar einen Spezial-Browser in Erwägung ziehen, der bestimmte Vorlieben berücksichtigt.

Ganz im Zeichen des Web 2.0 steht etwa der auf Firefox basierende Flock. Er hat zahlreiche Funktionen für Freunde sozialer Netzwerke: Werkzeuge zum Bearbeiten des eigenen Blogs oder auch Upload-Funktionen für das Fotoportal „flickr” oder den Lesezeichendienst „del.ico.us” sind integriert. Eine personalisierte Startseite benachrichtigt, wenn Bekannte neue Fotos und Videos ins Netz stellen.

Seitenbetreiber, die Surf-Spuren sammeln, können im Zweifelsfall Nutzerprofile erstellen. Wem das nicht behagt, der kann XeroBank nutzen. Das ebenfalls mit Firefox verwandte Programm leitet die Daten über verteilte Server und verschleiert so das Surfverhalten. Seiten werden allerdings mitunter nervtötend langsam aufgebaut. Mehr Geschwindigkeit versprechen kostenpflichtige Varianten des Browsers.

Speziell an konsumfreudige Zeitgenossen, die bei eBay intensiv auf Schnäppchenjagd gehen, richtet sich der auf dem Explorer basierende Lauge-Browser. Er will das Stöbern und Shoppen beim Online-Marktplatz komfortabler machen als herkömmliche Browser:

Zwei Fenster machen den parallelen Zugriff auf eine Baumstruktur mit Artikel-Kategorien und einzelne Auktionen möglich. Auch die Darstellung der Angebote ist übersichtlicher. Surfen auf anderen Seiten erlaubt der Browser mit dem skurrilen Namen jedoch nicht.

Wem der Internet Explorer trotz aller Kritik ans Herz gewachsen ist, der sollte sogenannte IE-Aufsätze in Betracht ziehen. Auf dem Microsoft-Browser basierend, bieten diese Varianten eine andere Optik und ergänzende Eigenschaften.

Der Avant Browser zum Beispiel beinhaltet im Vergleich zum Explorer etwa einen Werbebanner-Blocker und die Steuerung per Maus-Gesten. Grundsätzliche Sicherheitsmängel können die Aufsätze aber nicht kompensieren.

„Der IE wird am häufigsten von Hackern angegriffen. Entdeckte Sicherheitslücken gelten ebenfalls für die Aufsätze. Damit sind sie genauso anfällig”, sagt Christian Immler. „Spezial-Browser und Aufsätze bieten mitunter keine automatischen Updates.

Nutzer müssen selbst darauf achten”, gibt Andreas Hentschel außerdem zu bedenken. Beide Experten raten daher generell eher zu sichereren Alternativen wie Firefox oder Opera. Bedürfnisse, die über die Basisversion des Browsers hinausgehen, sollten dann eigenhändig ergänzt werden.

Den Browser „tunen”

Wer mit der Basisversion seines Browsers nicht komplett zufrieden ist, kann ihn „tunen”. Für Firefox gibt es viele Add-ons von freien Entwicklern https://addons.mozilla.org.

Das gilt auch für Opera - hier heißen die Erweiterungen Widgets http://widgets.opera.com.

Sicherheit und Privatsphäre schützt der Internet Explorer laut Experten nicht ausreichend. Wesentliche Schutzfunktionen ergänzt in der aktuellen Version 7 das Plugin IE7Pro http://www.ie7pro.com.