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Hannover: Alternative Browser punkten nicht nur in Sachen Sicherheit

Hannover : Alternative Browser punkten nicht nur in Sachen Sicherheit

Als Vorreiter in Sachen Innovation kann man den Internet Explorer (IE)von Microsoft definitiv nicht bezeichnen. Dennoch ist der IE noch immer der beliebteste Browser weit und breit. Hauptgrund ist sicherlich, dass er im Betriebssystem Windows bereits vorinstalliert ist. Dabei haben andere Browser teils deutlich mehr auf dem Kasten.

So mache der Browser Firefox dem IE seit Jahren Marktanteile streitig, wie Herbert Braun von der Computerzeitschrift „ct” sagt. Zwar wächst seine Verbreitung immer langsamer, dafür aber kontinuierlich. In Europa nutzen schätzungsweise 70 Prozent der Internet-Nutzer den Internet Explorer, 25 Prozent rufen zum Surfen Firefox auf.

Der IE gilt noch immer als eher unsicher, und dies nicht ganz zu Unrecht. Für Entwickler von Schadsoftware ist der Marktführer natürlich besonders interessant. Zudem hat der größte Konkurrent Firefox zwar zahlenmäßig gesehen mehr Sicherheitslücken, sie sind allerdings nicht so gravierend wie beim IE und werden zudem schneller repariert. Inzwischen arbeitet Microsoft jedoch sehr daran, seinen schlechten Ruf loszuwerden, wie Braun sagt. Wer seinen IE auf den aktuellen Stand gebracht hat, kann relativ sicher durchs Netz surfen.

Derzeit sind noch deutlich mehr User mit dem IE6 unterwegs als mit dem aktuellen Nachfolger IE7. Als Grund vermutet Braun, dass viele User mit älteren Betriebssystemen arbeiten oder die automatischen Updates deaktiviert haben. Ohne Sicherheits-Updates sind Browser jedoch das perfekte Einfallstor für Viren, Würmer, Trojaner und andere sogenannte Malware. Wer seinen Browser nicht auf dem aktuellen Stand hält, handelt daher fahrlässig.

Das gilt auch für alternative Browser, auch wenn sie generell als ziemlich sicher gelten. Bei den „kleineren” Konkurrenten des IE hat Safari inzwischen Opera überholt. Safari hat laut Braun auch besonders gute Zukunftsaussichten, weil das Programm für mobile Geräte perfekt geeignet ist. So wird allein mit dem iPhone inzwischen jede tausendste Website über Safari besurft. Die „Großen” haben für diesen Bereich eher wenig zu bieten. So unterstützt Microsoft nur Geräte mit Windows-Mobile-Betriebssystem, und von Firefox ist noch gar keine brauchbare Version für Mobilgeräte auf dem Markt.

Der Safari-Browser basiert auf Webkit, einer Open-Source-Bibliothek, die von Apple maßgeblich mitentwickelt wurde, inzwischen aber auch unter Windows läuft und unter anderem auch in Mobiltelefonen genutzt wird. Safari ist deutlich schlanker und schneller als andere Browser und dürfte vor allem Opera und Mozilla das Leben schwer machen, zumal Opera sein Geld hauptsächlich mit den Mobilbrowsern „Mini” und „Mobile” verdient.

Bei den Erweiterungen sind die beiden „großen” Browser Könige. Anders als etwa bei Opera ist der Funktionsumfang von Firefox und dem Internet Explorer eher schlank. Wer zusätzliche Anwendungen wünscht, muss sie sich extra herunterladen. Das geht meist ohne größere Schwierigkeiten, beim IE ist die Auswahl jedoch kleiner als beim Firefox.

Safari, Opera und Co. haben zwar geringe Marktanteile, punkten dafür aber mit innovativen Ideen. Opera beispielsweise war Vorreiter in Sachen Mausgesten: Zieht der User mit der Maus eine Linie nach unten, poppt ein neues Fenster auf, und mit einem leichten Schwenk nach rechts oder links lassen sich die Internet-Seiten umblättern. Inzwischen hat Firefox diese Funktion ebenfalls standardmäßig mit eingebaut. Opera hat dafür mit der Schnellwahl die Nase vorn, bei der neun Favoriten des Users in einem großen Fenster erscheinen und sich mit einem einfachen Mausklick anwählen lassen.

Demnächst will Firefox mit der Lesezeichen-Verwaltung „Places” ebenfalls neue Wege gehen: Statt in einer html-Datei speichert der Browser die Links in einer speziellen Datenbank, wodurch die Verwaltung deutlich verbessert werden soll. Opera will dafür die Synchronisierung von Daten und Lesezeichen zwischen mehreren Geräten vereinfachen. Ähnliches soll auch die Erweiterung Google Browser Sync (google.com/tools/firefox/browsersync/) für Firefox leisten.

Der IE hinkt laut Braun noch immer hinterher, auch wenn er den Abstand zu den anderen Browsern inzwischen verkleinert hat. Sein großes Plus: Beim Abruf von Internet-Seiten treten so gut wie nie Probleme auf. Das liegt unter anderem daran, dass ActiveX-Steuerelemente exklusiv dem Internet Explorer vorbehalten sind. Inzwischen berücksichtigen die meisten Webdesigner jedoch, dass es Alternativen zum IE gibt, so dass auch beim Surfen mit anderen Browsern kaum noch Probleme auftreten. Ein Wechsel kann sich daher wirklich lohnen.

Alternative Browser im Internet

Die beliebteste Alternative zum Internet Explorer ist in Europa der Browser Firefox (mozilla-europe.org/de/products/firefox). Er lässt sich ganz einfach an individuelle Bedürfnisse anpassen. Zahlreiche Erweiterungen sorgen dafür, dass der Browser Seiten schneller anzeigt oder Textpassagen automatisch in die Zwischenablage kopiert werden. Auch Minispielchen oder die Wettervorhersage sind ganz fix in den Browser integriert.

Eine ernstzunehmende Konkurrenz kommt aus Norwegen. Der Browser Opera (de.opera.com) hat standardmäßig mehr Funktionen als die Konkurrenz: So sind ein E-Mail-Programm und ein Download-Manager schon mit eingebaut. Praktisch ist der Passwort-Manager, der sich auf Wunsch User-Name und Passwort merkt. Zum Eintragen reicht dann eine simple Tastenkombination.

Einst für den Mac programmiert, jetzt aber auch Windows-tauglich ist der Browser Safari (apple.com/de/safari). Er punktet vor allem mit Schnelligkeit sowie mit einer sehr übersichtlichen Benutzeroberfläche. Praktisch ist die SnapBack-Funktion, bei der man beim Surfen in Sekundenschnelle zum Ausgangspunkt zurückkehren kann. Derzeit ist der Safari 3 allerdings nur als Beta-Version erhältlich.