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Hamburg: Abenteuer aus der Ursuppe: PC-Spiele-Highlights 2008

Hamburg : Abenteuer aus der Ursuppe: PC-Spiele-Highlights 2008

Computerspieler müssten im Grunde der Traum jedes Unternehmers sein: Schließlich liegt ihnen nichts mehr am Herzen, als Geld für packende neue Titel auszugeben. Doch schnell können Computerspieler auch zum Alptraum werden.

Durch unzählige Neuheiten verwöhnt, lassen sie manchen mit großer Hoffnung auf den Markt gebrachten Titel links liegen - wegen fehlender Innovationen oder unausgegorener Technik. Für 2008 aber können beide Seiten zuversichtlich sein: Es erscheinen Titel, auf die teils schon seit Jahren gewartet wird. Und selbst „World of Warcraft” als Primus unter den Onlinespielen muss sich auf starke Konkurrenz gefasst machen.

Von fast allen neuen Spielen waren bis zuletzt entweder nur Bilder oder eingeschränkte Vorabversionen zu sehen. Doch schon jetzt gibt es einen Hoffnungsträger für die Branche. Während ein großer Teil der Entwickler auf Neuauflagen von Bewährtem setzt, steckt hinter „Spore” eine ambitionierte und neue Idee: Zum Start ist der Spieler ein Einzeller in einer Art Ursuppe. Seine Aufgabe ist es, eine von ihm kreierte Lebensform weiterzuentwickeln, zu forschen, zu bauen, einen Planeten zu besiedeln - und vielleicht die ganze Galaxie zu erobern.

Das bei Electronic Arts erscheinende Spiel ist eine Kombination, die Elemente klassischer Titel wie „Pac-Man” mit Aufbauelementen, Strategieteil und nicht zuletzt einer Prise „Sims” vereint. Denn hinter dem Projekt steht kein anderer als Will Wright, der als Erfinder von Erfolgsserien wie „Sim City” und „Die Sims” gilt.

„Spore” ist in erster Linie ein Titel, der allein gespielt wird. Der Erfolg von „World of Warcraft” (WoW) hat jedoch gezeigt, dass es Millionen von Spielern in Onlinewelten zieht, um dort gemeinsam Abenteuer zu bestehen. Schon öfter haben Entwickler versucht, einen ähnlichen Treffer zu landen. Nennenswerte Erfolge konnten bisher aber nur „Guild Wars” und „Herr der Ringe online” melden. Das könnte sich ändern. Denn 2008 erscheinen neue Onlinerollenspiele, die schon jetzt als ernste Konkurrenten gelten.

Zuerst zu nennen ist hier „Warhammer Online - Age of Reckoning”. Bekannt ist der Name „Warhammer” unter anderem durch die beliebten Tabletop-Spiele. Entwickler Mythic hat mit dem Online-Urgestein „Dark Age of Camelot” Erfahrungen sammeln können und formt aus „Warhammer” nun eine Onlinewelt, die dem „WoW”-Spieler optisch wenig Umgewöhnung abverlangt: Auch hier herrscht eine Grafik mit Comic-Anklängen vor. Bei „Warhammer” liegt ein Schwerpunkt aber auf PvP - Player versus Player. Und das heißt, dass die Spieler ihre Kräfte messen und nicht nur vom Computer gesteuerte Monster vermöbeln.

Vor allem an Erwachsene richtet sich „Age of Conan”. Das ist zwar ebenfalls ein Onlinerollenspiel, es soll aber deutlich mehr Elemente aus Actionspielen als üblich enthalten. Wer bei dem Titel von Funcom zuerst an einen halbnackten Arnold Schwarzenegger denkt, liegt nicht ganz falsch. Spiel und auch Film beruhen auf einer Romanfigur, die in den 30er Jahren vom US-amerikanischen Schriftsteller Robert E. Howard erdacht wurde. Und die Welt rund um Conan zeigt sich weitaus düsterer und gefährlicher als die knuffigen „WoW”-Landschaften.

Ohne bekannte Vorbilder kommt „The Chronicles of Spellborn” aus, das Rollenspielern eine weitere Onlinewelt mit Fantasyflair bringt. Bei so viel Konkurrenz ist es klar, dass „WoW”-Entwickler Blizzard der zahlenden Kundschaft nicht einfach zum Abschied winkt, sondern versucht, sie bei der Stange zu halten: Das nächste Erweiterungspaket heißt „Wrath of the Lich King” und soll ebenfalls 2008 erscheinen.

Ein Problem von manchen der neuen Onlinerollenspiele dürfte darin bestehen, dass etliche Spieler langsam von Orks und Elfen sowie von Mittelalter-Landschaften die Nase voll haben. Für diese Klientel will „Everquest 2”-Macher Sony Online Entertainment mit „The Agency” eine Alternative schaffen: Dieses Onlinerollenspiel soll die Atmosphäre von TV-Serien wie „24” und die Action von James-Bond-Filmen vereinen. Die zu übernehmende Rolle ist die eines Agenten.

Für offline daddelnde Rollenspieler sah es zuletzt weniger gut aus: „Gothic 3” sorgte zeitweise mehr für Diskussionen als für Spaß, „Two Worlds” und „The Witcher” schrammten an den hohen Erwartungen vorbei. Nun ruht die Hoffnung auf „Das Schwarze Auge: Drakensang” von dtp. Hier wollen die deutschen Entwickler eine stimmige Fantasy-Welt zaubern, in der die Regeln des Pen-&-Paper-Rollenspiels „Das Schwarze Auge” gelten. Zumindest die ersten Bilder beeindrucken.

Als Alternative im Endzeitszenario könnte noch 2008 „Fallout 3” erscheinen. Daran arbeitet derzeit Entwickler Bethesda, der schon mit „Morrowind” oder „Oblivion” gezeigt hat, wie gute Rollenspiele aussehen können. Ebenfalls in Deutschland arbeitet Ascaron am zweiten Teil des Action-Rollenspiels „Sacred”, das an den Überraschungserfolg des Vorgängers nun in dreidimensionaler Grafik anknüpfen soll.

Nicht jeder kann etwas mit Rollenspielen anfangen. Daher gibt es auch aus dem Strategie-Lager Neues: Segas „Total War”-Reihe bekommt nach Ausflügen in Antike und Mittelalter erneut Zuwachs: „Empires” spielt im Zeitalter der Entdecker und Eroberer. Die Macher von „Panzers” bei 10tacle Studios geben dem Spieler neue Waffen und neue Gegner und schicken ihn mit „Panzers: Cold War” in den Kalten Krieg. Besonders erwartet wird jedoch die Neuauflage des Weltraum-Strategieklassikers „Starcraft” von Blizzard Entertainment.

Actionfans können sich zu Jahresbeginn auf Ubisofts „Assassins Creed” in der PC-Version freuen. Als Attentäter im modernisierten Stil von „Tomb Raider” oder „Prince of Persia” kann hier mit zusätzlichen Actionelementen für Unruhe in einer detaillierten Digitalwelt gesorgt werden.

Große Fragezeichen stehen hinter „Mafia 2” von 2K Games. Die Fortsetzung der fast schon legendären Mischung aus filmreifer Mafiageschichte, Action und Herumgekurve mit alten Autos wurde zwar angekündigt. Ein Erscheinungstermin 2008 ist jedoch bisher nur eine Hoffnung der Anhänger des ursprünglichen Titels.