Regensburg: Die vielen Facetten der Gloria Fürstin von Thurn und Taxis

Regensburg : Die vielen Facetten der Gloria Fürstin von Thurn und Taxis

Sie hat 15 Vornamen und mindestens so viele Images. Ob als Paradiesvogel oder Event-Managerin, Knigge-Autorin oder Enfant terrible der blaublütigen Gesellschaft, ob als knallharte Saniererin ihres Fürstentums oder Mutter von Maria Theresia (27), Elisabeth (25) und Albert (24).

Fürstin Gloria von Thurn und Taxis gilt einerseits als extrem konservative, andererseits schrille Repräsentantin einer der (erfolg-)reichsten Dynastien Europas.

Kommenden Samstag erhält die 47-Jährige im Aachener Eurogress den Orden „Wider den tierischen Ernst” (Aufzeichnung in der ARD, Sonntag, 20.15 Uhr).

Gloria wurde in Stuttgart als Gräfin von Schönburg zu Glauchau und Waldenburg geboren. Da ihr Vater als Journalist und Entwicklungshelfer arbeitete, wuchs sie an mehreren Orten auf und lebte als Kind in Togo und Somalia. Heute besitzt die Fürstin ein Haus in Kenia, wo sie sich jährlich drei Monate aufhält. Die Ehe der Eltern wurde geschieden.

Anno 1980 heiratete die damals 20-jährige Gloria in Regensburg den 34 Jahre älteren Prinzen Johannes von Thurn und Taxis und wurde insbesondere für die Regenbogenpresse zur Lieblingsikone der 80er Jahre. Die junge Fürstin gefiel sich in effektvollen Auftritten als Star des Jetsets auf Partys. Mit Punk-Frisuren, flapsigen Bemerkungen und Motorradfahren geriet sie in einen Konflikt zwischen Standesbewusstsein und Popkultur.

Das Jahr 1990 brachte eine Wende in das Leben der wilden Adligen. Fürst Johannes starb im Oktober an den Folgen von zwei Herztransplantationen. Zuvor hatte er seiner jungen Frau eine Generalvollmacht erteilt, für den seiner Zeit siebenjährigen Erbprinzen Albert die Familie zu leiten und das Milliardenvermögen des Hauses Thurn und Taxis letztinstanzlich zu verwalten. Davon unabhängig erbten Gloria und ihre beiden Töchter den Privatbesitz ihres Mannes.

1990 besaß das Fürstenhaus über 50 Einzelfirmen mit 4000 Beschäftigten sowie Ländereien im In- und Ausland. Doch schnell wurde offensichtlich, dass die wohl zu ehrgeizig expandierte Unternehmensgruppe in eine Schieflage geraten war und sich Millionenschulden offenbarten. Die Fürstin kündigte etlichen Führungskräften und lag mit ihnen sechs Jahre lang im juristischen Clinch. Im Mittelpunkt ihrer Sanierung stand die Konzentration des Hauses auf Deutschlands größten privaten Waldgrundbesitz (27000 Hektar) und auf den Immobilienbesitz der Schlösser.

Im Gegenzug verkaufte sie Industriebeteiligungen sowie die hauseigene Bank und das Brauhaus. Im Jahre 2000 beschäftigte das Fürstentum nur noch 300 Mitarbeiter.

Nach Sanierung der Finanzen des Hauses trat Sohn Albert das Erbe als Fürst an, die Mutter blieb aber Verwalterin des Hauses. Allgemein zeigten sich viele überrascht über den katholischen Wertekanon von Fürstin Gloria, dem sie sich schon als Party-Lady verpflichtet gefühlt hatte. So verurteilt sie Schwangerschaftsabbruch ebenso wie die Sterbehilfe für Kranke.