Erkelenz-Keyenberg: Die Umsiedlungwird konkreter

Erkelenz-Keyenberg: Die Umsiedlungwird konkreter

Die nächste Stufe der Umsiedlung nimmt konkrete Formen an. Nachdem sich letzte Woche der Bürgerbeirat zu seiner konstituierenden Sitzung getroffen hatte, waren jetzt die künftigen Umsiedler zu einem öffentlichen Forum in die Mehrzweckhalle eingeladen.

Ziel der Veranstaltung war es, gemeinsam mit den Betroffenen ein Leitbild zu erarbeiten, an dem sich die Planung des Umsiedlungsstandortes orientieren wird. Schon im Vorfeld hatte das Planungsteam, das den Prozess begleiten wird, die Ergebnisse der Begehung der Ortschaften im November ausgewertet und anschaulich aufbereitet. Der aus Aachen stammende Professor für Städtebau und Architektur, Rolf Westerheide, erklärte, dass ein möglichst genaues Bild über die Verflechtungen und Netzwerke in den Dörfern eine Voraussetzung für die Planung des Umsiedlungsstandortes sei. „Die Bürger sind wandelnde Tagebücher und Experten auf diesem Gebiet”, sagte er. Die Lebensqualität in den Ortschaften bezeichnete er als „hoch”.

Sein Kollege Uli Wildschütz vom Büro RaumPlan hatte untersucht, „wie die Dörfer sozial ticken”. Basis des Zusammenlebens seien die Vereine und die Kirchen. Berverath bezeichnete er aufgrund seiner Form als „ideales Dorf wie aus dem Lehrbuch”.

Die Planung sieht vor, die Ortschaften in ihrer Beziehung zueinander in komprimierter Form neu erstehen zu lassen. Dabei werden sie von einer Gesamtfläche von rund 90 auf knapp über 60 Hektar schrumpfen. Auch die Einwohnerzahl wird von über 1600 auf geschätzte 1133 sinken. Wo der neue gemeinsame Ort entstehen soll, wird im Laufe des Jahres nach Begehungen, Prüfungen und Diskussionen entschieden.

Auf die Frage, wie die Umsiedler an den neuen Standorten leben wollen, wurden Standortfaktoren wie landschaftliche Weite und Natur, genügend Platz zur Entfaltung, die Möglichkeit der Großtierhaltung und die Zukunftsfähigkeit genannt. Denn viele der Umsiedler werden ihr neues Zuhause seniorengerecht planen müssen. Hans Josef Dederichs hinterfragte, ob es bei den Suchräumen eine Prioritätenliste gebe. Der Suchraum Venrath sei schon abgelehnt worden, erscheine aber nun wieder auf der Liste. Dem entgegnete der technische Beigeordnete Ansgar Lurweg, dass die Auswahl von den zur Verfügung stehenden Flächen abhänge, eine „Vorprägung” gebe es nicht. Auf die Frage, wie sie am neuen Standort leben wolle, erklärte Gabi Clever: „So wie heute. Ich will nicht auf traurige Flächen starren.”