Städteregion: Die Städteregion setzt verstärkt auf den Radtourismus

Städteregion: Die Städteregion setzt verstärkt auf den Radtourismus

Die Städteregion will für Radtouristen attraktiver werden. Mehrere Millionen Euro sollen aus diesem Grunde in den kommenden drei Jahren investiert werden. Allerdings wird es nicht reichen, neue Wege und Infrastruktur zu schaffen.

„Wenn wir Mittel aus dem regionalen Wirtschaftsförderungsprogramm des Landes bekommen und damit die Finanzierung sicherstellen wollen, müssen wir Projekte entwickeln, die eine überregionale touristische Strahlkraft besitzen“, betont der zuständige städteregionale Dezernent für regionale Entwicklung, Markus Terodde.

In drei Schritten soll diesem Förderanspruch entsprochen werden. Zunächst wird ein Konzept für das Radfahren im Norden der Städteregion entwickelt, danach ist der Süden an der Reihe. Abschließend ist vorgesehen, in beiden Bereichen die Möglichkeiten für Mountainbiker zu verbessern. Zusammengefasst wird all das in einem „Inszenierungskonzept“, für dessen Erstellung ein externes Planungsbüro gesucht wird. Denn Radfahren muss, zumindest wenn es dafür Fördermittel aus dem erwähnten Programm geben soll, weit mehr sein als die (sportliche) Fortbewegung von A nach B.

„Der Erlebniswert wird beim Radfahren immer stärker in den Fokus gerückt. Erst über die Inszenierung durch spannende Themen wird aus der vorhandenen Basisqualität die für den Gast entscheidende Erlebnisqualität“, erklärt Terodde. Das klingt ziemlich abstrakt und theoretisch. Doch die Städteregion will ab 2016 mit der praktischen Umsetzung beginnen. Konkret geht es dabei zunächst um zwei Erlebnisrouten, die inhaltlich einen roten Faden haben und sogenannte „Points of Interest“ miteinander verbinden. Für das Auftaktvorhaben im Norden sind die Burg Rode in Herzogenrath, der Carl-Alexander-Park in Baesweiler, der Eschweiler Blausteinsee und das Energeticon in Alsdorf als „Anker“ vorgesehen.

Wobei dem Energeticon eine besondere Rolle zugedacht ist: Es soll in Zukunft als Informationszentrum und Anlaufstelle für Radtouristen dienen, die auch am Wochenende geöffnet ist. Nach den Vorstellungen der Bürgermeister der beteiligten Kommunen wäre dies am einfachsten zu gewährleisten, wenn der Verein Grünmetropole seine Geschäftsstelle nach Alsdorf verlegen würde. Dort wie auch an den übrigen Ankerpunkten sowie Stationen auf der Strecke fordert Markus Terodde „eine qualitativ hochwertige Infrastruktur“. Was für die Ausstattung der Außenanlagen — etwa mit Sitzgelegenheiten, Spielgeräten, Radstellplätzen und Schautafeln — ebenso gelten soll wie für die inhaltliche Aufarbeitung von für die Region typischen und relevanten Themen wie beispielsweise den Bergbau. Nicht zuletzt soll Radtouristen auch die Reise in den Norden der Städteregion erleichtert werden. Die Bahnhöfe in Stolberg, Eschweiler, Herzogenrath und Alsdorf (Annapark) sollen aus diesem Grunde zu „Radwanderbahnhöfen“ ausgebaut werden.

Erste Ortstermine mit Vertretern der Bezirksregierung haben die städteregionale Verwaltungsspitze in ihren Planungen bestärkt. Allerdings ist in den Gesprächen nach Aussage von Terodde auch noch einmal klar geworden, dass die Kölner Behörde einen möglichen Zuschuss für den Ausbau des Radtourismus daran koppelt, dass in einem zweiten Schritt auch der Süden der Städteregion in das Konzept eingebunden wird. Der Dezernent spricht in diesem Zusammenhang von einem Baukastensystem. „Nur wenn wir uns nach dem Norden auch den Süden und damit die gesamte Städteregion vornehmen, erreichen wir die überregionale touristische Strahlkraft, die für eine Förderung durch das regionale Wirtschaftsförderungsprogramm erforderlich ist.“ Das gilt im Übrigen auch für ein zweites Informationszentrum als Pendant zum Energeticon, dessen Standort noch festgelegt werden muss.

Anfang des kommenden Jahres wird nun zunächst der Förderantrag für die beiden Erlebnisrouten im Norden gestellt werden. Das Gesamtinvestitionsvolumen hierfür wird mit knapp zwei Millionen Euro beziffert, der Eigenanteil der Städteregion liegt laut Markus Terodde bei etwa 252.000 Euro. Die beteiligten Kommunen Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler, Herzogenrath, Stolberg und Würselen müssen in der Summe einen Beitrag von 143.000 Euro leisten.

2017 soll im Süden der — auch hinsichtlich der Finanzierung — noch konkret zu planende zweite Schritt gemacht werden, spätestens 2018 mit der Schaffung von Mountainbikestrecken in der gesamten Städteregion der dritte und letzte. Markus Terodde ist überzeugt: „Dann werden wir den Radtourismus entscheidend aufgewertet haben.“

Mehr von Aachener Zeitung