Zwei Ausstellungen in Aachen: „Die Kunst der Fuge“

Zwei Ausstellungen in Aachen : „Die Kunst der Fuge“

„Architektur ist meine Leidenschaft“, sagt der Aachener Künstler Manfred Sukrow und stellt unter dem Titel „Die Kunst der Fuge“ in der Galerie gundolf b. im wesentlichen Stadtansichten aus.

Sukrow malt mit Öl und Acryl auf Konstruktionsleisten aus dem Baumarkt und montiert sie mit rhythmusgebenden Zwischenräumen als Bild zusammen. So gewinnt nicht nur das Bild als Ganzes, sondern auch der fugenartige Zwischenraum und jede einzelne Leiste. Grundsätzlich malt der Künstler seine detailreichen Stadtbilder ohne Menschen – sie haben die Stadt verlassen.

„Stadtfluchten“ lautete konsequent der erste Titel der Sukrowschen Architektur-Serie, die nun in ausgewählten Arbeiten ausgerechnet in der kleinsten Galerie Aachens hängt und den Raum auch mit der Leere zwischen den Leisten füllt. Ambivalenzen ergeben sich, wenn die Leisten vorder- wie rückseitig bemalt und an den Schmalseiten an der Wand befestigt sind. Dann sieht der Betrachter zwei Bilder, wenn er das Werk vor und zurück abschreitet, ein Gesicht und eine Pistole oder die Worte yes und no.

Gelegentlich gießt der Künstler Leisten aus Beton und hängt sie als bemaltes „Betongold“ zu den hölzernen, um mit einem zweiten Material im Thema Stadt zu bleiben, und betont den Wert der Zwischenzeit, die sich aus seinen exakt bemessenen Zwischenräumen ergibt. Zu sehen ist die Schau mit dem Untertitel „In between“ an der Eilfschornsteinstraße 10 noch bis zum 28. November, jeweils donnerstags, freitags und samstags von 14 bis 18 Uhr unter den aktuellen Coronavirus-Schutzbedingungen sowie nach Vereinbarung unter Telefon 0172/ 29 25 364.

Zwei Berlinber Fotografinnen

„Sole Harlem“ (einzigartiges Harlem) nennt sich die international präsente Foto-Ausstellung der jungen Berliner Fotografen Louise Amelie und Aljaz Fuis, die ab Mitte November im Büchel-Museum gezeigt wird. Ein Jahr lang haben die beiden sich in Harlem mehr als umgeschaut und zeigen nach Stationen in den USA und europäischen Metropolen nun auch im Büchel-Museum ihre eindrucksvollen Porträts und Bilder aus dem Alltagsleben des bekannten New Yorker Stadtteils, in dem noch immer überwiegend Schwarze leben. Zur Ausstellung „Sole Harlem“ gibt es ein gleichnamiges Buch, das mit dem German Photo Book Award 2018/19 ausgezeichnet wurde. Nach dem großen Erfolg der sozialkritischen Käthe-Kollwitz-Ausstellung, die noch bis zum 8. November hängt, will Museumsleiter Jörg von der Laage ein weiteres politisches Thema unserer Zeit, hier besonders Rassismus, mit seinem Haus verknüpfen.