Erkelenz: Die klare Devise lautet: „Weg von den Schulden!”

Erkelenz: Die klare Devise lautet: „Weg von den Schulden!”

Paul-Gerhard Theymann hilft anderen Leuten, ihre Finanzen in den Griff zu bekommen. Und dafür nimmt er kein Honorar. Denn der Finanzcoach arbeitet ehrenamtlich für die evangelische Kirchengemeinde Erkelenz.

„Weg von den Schulden”, lautet seine klare Devise. Dabei erhalten seine Klienten kein „Rundum-Sorglos-Paket”, vielmehr sollen sie lernen, verantwortlich und vorausschauend mit den eigenen finanziellen Ressourcen umzugehen und Kompetenz in Finanzfragen zu entwickeln. „Den Umgang mit Geld müssen viele Menschen erst lernen”, erklärt der 62-Jährige.

Seit dem Sommer bietet er über die evangelische Kirchengemeinde den Service als Finanzcoach an. „Bei der derzeitigen wirtschaftlichen Entwicklung ist der Bedarf da”, weiß er. Denn die durchschnittlichen Einkommen stagnieren und die Ausgaben vieler Haushalte steigen kontinuierlich.

Rund drei Millionen Haushalte in Deutschland gelten als überschuldet, Tendenz steigend. Deshalb entschloss sich der ehemalige Bankkaufmann zu handeln und seine Hilfe ehrenamtlich anzubieten. Neben seiner beruflichen Qualifikation absolvierte er eigens einen Kursus beim Kirchkreis Leverkusen, um die Klienten beim Thema Finanzplanung noch besser beraten zu können.

Als Faustregel gilt: Wer mehr als zehn Schuldner hat, sollte zur Schuldenberatung gehen. Ein großes Risiko bei der schleppenden Verschuldung stellen Ratenkäufe oder Handyverträge dar. Auch Spontankäufe erweisen sich oft als gefährlich, denn anstelle des Wohlgefühls hinterlassen sie oft neben einem Loch in der Geldbörse auch ein schlechtes Gewissen. Dabei ist es möglich, den richtigen Umgang mit Geld zu erlernen. Am besten schon in jungen Jahren.

Keine Konkurrenz

In einigen Fällen ist die Insolvenz der einzige Weg, um aus der Schuldenfalle herauszukommen. „Ich sehe mich nicht als Konkurrenz zur Schuldnerberatung”, betont Theymann. Er bewegt sich in dem Spannungsfeld „zwischen Überfluss und Schuldnerberatung”. Und darin bewegen sich neben Familien und Paaren auch Jugendliche, die über eigenes Geld verfügen.

In Vorträgen vor Jugendlichen und Erwachsenen klärt er auf, wie man mit seinem Geld am besten umgeht. Die Vorträge sind für seine Klienten oftmals der Einstieg in die persönliche Beratung. Der erste Schritt sei bei den meisten der schwerste, betont er. Denn Scham und Unsicherheit hindern die Betroffenen oftmals, sich an einen helfenden Finanzcoach wenden. Schulden sind in Deutschland immer noch ein Stigma.

„Wer sich an mich wendet, hat Sorgen um seine finanzielle Zukunft und will etwas ändern”, so Theymann. Dazu gehört auch die Bereitschaft, sein Verhalten grundlegend zu ändern. Wenn das Gespräch ergibt, dass der Klient nicht aus eigenen Bemühungen seine finanzielle Situation in den Griff bekommen kann, rät Theymann zum Gang zur Schuldnerberatung.

Erstes Treffen auf „neutralem Boden”

Der Finanzcoach Paul-Gerhard Theymann trifft sich mit seinen Klienten auf „neutralem Boden”, um Hemmschwellen abzubauen. Seine Dienstleistung ist kostenlos.

Für eine erste Kontaktaufnahme ist er unter Tel. 0157 - 82 59 07 98 zu erreichen.

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