Kreis Düren: Die Hälfte aller Verbrechen wird aufgeklärt

Kreis Düren: Die Hälfte aller Verbrechen wird aufgeklärt

Sie zeige das Ergebnis, von 365 Tagen harter Arbeit, kündigte Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) am Montag bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2015 an. Er bezog sich damit in erster Linie auf die hohe Gesamtaufklärungsquote im Kreis Düren.

Für das vergangene Jahr liege diese bei 52,28 Prozent — und damit trotz eines Rückgangs von 0,88 Prozent zum Vorjahr noch über dem Landesdurchschnitt. „Die Wahrscheinlichkeit, bei einer Straftat erwischt zu werden, ist im Kreis Düren also höher als im Rest des Landes Nordrhein-Westfalen“, sagte Spelthahn.

Mehr Straftaten

Trotz des Anstiegs der gesamten Straftaten um 508 auf 18 642 zeigte sich Spelthahn als Leiter der Kreispolizeibehörde mit der Entwicklung im Kreis zufrieden — zumindest grundsätzlich. „Die Entwicklung im Kreis Düren ist stabil. Allerdings auf einem leider noch zu hohen Niveau“, sagte er. Mit dem aktuellen Wert verzeichne man aber immer noch den zweitniedrigsten Wert der Gesamtkriminalität der vergangenen zehn Jahre.

Ein Dauerbrenner ist nach wie vor das Thema Wohnungseinbrüche. Im Vergleich zum Vorjahr gab es in 2015 einen Anstieg um 87 Fälle auf 889. Dabei sind speziell die Tageswohnungseinbrüche von 312 auf 369 gestiegen. Spelthahn begründet den Zuwachs unter anderem mit den heutigen Lebensverhältnissen der Menschen. „In vielen Haushalten sind mehrere Personen berufstätig“, sagte er. In der Folge gebe es Straßenzüge, die über Tag beinahe komplett leer stünden — für Einbrecher die ideale Situation.

Spelthahn appellierte daher an alle Bürger, verdächtige Situationen oder Personen umgehend der Polizei zu melden. „Wir sind da auf diejenigen angewiesen, die vor Ort sind“, sagte er. Gleichzeitig appellierte er auch an Hausbesitzer, die eigenen vier Wände möglichst gut gegen Einbrecher zu sichern. Denn je besser Türen und Fenster gesichert seien, desto eher gebe ein Einbrecher auf. Beim Kriminalkommissariat Vorbeugung könne man sich kostenlos zum Thema Sicherheit beraten lassen.

Die Frage, ob es erkennbare kriminalistische Ballungszentren im Kreis gebe, verneinten Spelthahn und die Erste Kriminalhauptkommissarin Marie-Therese Zissenich. Auch an in der Öffentlichkeit oftmals als „unsicher“ empfundenen Orten, wie etwa der Unterführung zum Haus der Stadt, gebe es keine statistische Häufung von Straftaten. „Man muss objektives und subjektives Sicherheitsbefinden differenzieren“, sagte Spelthahn.

Ebenfalls keinen Grund zur Verunsicherung sehe er aus statistischer Sicht in Hinblick auf die gestiegene Anzahl an Flüchtlingen im Kreisgebiet. Zwar habe der Kreis im vergangenen Jahr 4000 Flüchtlinge „aufnehmen dürfen“. In diesem Zusammenhang gebe es aber „keinen signifikanten Anstieg, was die Kriminalität betrifft“. Die Anzahl ausländischer Tatverdächtiger sei zwar insgesamt um 4,13 Prozent auf 1370 gestiegen. Überwiegend handele es sich hierbei jedoch nicht um Asylbewerber.

Dass dennoch auch die Anzahl der tatverdächtigen Asylbewerber von 161 im Vorjahr auf 369 im Jahr 2015 gestiegen ist, sei für Spelthahn nachvollziehbar. „Wenn Sie mehrere Hundert Menschen auf engstem Raum unterbringen, sind Konflikte programmiert“, sagte er. Die meisten Konflikte, in die Flüchtlinge verwickelt seien, fänden bei Auseinandersetzungen untereinander und innerhalb der Unterkünfte statt.

Hetze gegen Ausländer erteilte Spelthahn vor diesem Hintergrund eine klare Absage. „Man lebt bei uns nach wie vor gut und sicher“, sagte er. Das zeigten die aktuellen Zahlen. Mutmaßlichen und oftmals böswilligen Anschuldigungen gegenüber Flüchtlingen — besonders in den sozialen Medien — gelte es daher mit höchstem Misstrauen zu begegnen.

Die komplette Statistik der Kreispolizeibehörde Düren gibt es in den kommenden Tagen auf www.polizei.nrw.de/dueren.