Ferienfreizeit in Monschau gestartet: Die große Freiheit in kleinen Gruppen

Ferienfreizeit in Monschau gestartet : Die große Freiheit in kleinen Gruppen

Vieles ist anders in dieser merkwürdigen Pandemiezeit, auch in den großen Ferien. Doch bei den Kindern und Familien im Monschauer Land überwiegt die Dankbarkeit, dass der Verein Ferienfreizeit Monschau e.V. trotz der strengen Auflagen auch in diesen Sommerferien ein Angebot für über 60 Kinder im Grundschulalter ermöglicht hat.

„Wir wussten vorher natürlich nicht, ob es alles so klappen würde, wie wir das geplant haben. Und am Montag herrschte hier zunächst auch ein ziemliches Gewusel. Aber jetzt, am Ende der ersten Woche, sind wir zufrieden und auch ein bisschen stolz, wie es gelaufen ist“, zog Marita Delvenne, seit vielen Jahren die Leiterin des Betreuungsangebots in den Oster-, Sommer- und Herbstferien, am Freitag ein erstes Fazit. Ihre Zwischenbilanz verband sie mit einem Dank an ihren Stellvertreter Daniel Mertens und die zehn Betreuerinnen und Betreuer, die sich um die fünf festen Gruppen, die weitestgehend nach Schulen und Schuljahresalter gebildet worden waren, kümmern. „Als wir diskutiert haben, ob wir trotz Schutzmaßnahmen eine Ferienfreizeit anbieten, habe ich darauf bestanden, diesmal mit geschulten Kräften, die bereits in der Notbetreuung tätig waren, arbeiten zu können“, erläutert die Pädagogin. Dies habe sich in der ersten Woche bereits bewährt.

Der Einsatz professioneller Betreuer für die Kinder führt nach Angaben der Stadtverwaltung Monschau aufgrund des organisatorischen und personellen Mehraufwands zu zusätzlichen Kosten in Höhe von 15.000 Euro für die dreiwöchige Maßnahme, „Kosten, die der Förderverein Ferienfreizeit e.V. nicht alleine tragen kann und die auch nicht durch die Elternbeiträge zu finanzieren sind“, wie es in der Ratssitzung vergangene Woche hieß. Da man aber auch den Elternbeitrag für die Ferienmaßnahme nicht anheben wollte, stimmte der Rat einer Finanzierungszusage der Stadt Monschau bis zu 10.000 Euro zu, um die Ferienfreizeit durchführen zu können. Stadt Monschau und auch der Förderverein hoffen nun, dass die Landesregierung möglichst bald ihre Pläne konkretisiert, wonach solche Ferienmaßnahmen auch vom Land finanziell gefördert werden. Bislang unterstützt lediglich die Jugendhilfe der Städteregion die Ferienbetreuung mit 1,60 Euro je Tag und Kind.

Der Verein Ferienfreizeit Monschau besteht seit 2011 und stellt mit einer Ganztagsferienbetreuung für mindestens die Hälfte der Ferien eine wichtige Säule im Monschauer Betreuungsbereich dar. Bisher wurden insgesamt 1.727 Kinder betreut, davon 1.077 OGS-Kinder. Die Ferienfreizeit Monschau war in diesem Jahr auch für die erste Woche der Osterferien geplant und musste wegen der strengen, Corona bedingten Einschränkungen abgesagt werden. Als dann die Schulen ab dem 15. Juni wieder in den Regelbetrieb unter Coronabedingungen einstiegen, entschieden sich die Verantwortlichen des Trägervereins dazu, die Ferienfreizeit in den Sommerferien stattfinden zu lassen.

Um die Anforderungen nach der Corona-Betreuungsverordnung erfüllen zu können, findet die Ferienfreizeit in der Grundschule Höfen statt, da die Gruppenstärke maximal zehn Kinder umfassen darf und an der Heckenlandschule ausreichende Raumkapazitäten vorhanden sind. „Die Räumlichkeiten und auch das Außengelände hier sind wirklich klasse und erlauben uns die strikte Trennung der fünf Gruppen“, zeigte sich Marita Delvenne dankbar. Natürlich seien durch die Gruppenbildung die Tagesabläufe für die Kinder ganz anders als im Sportpark Konzen, wo 60 bis 70 Kinder die große Freiheit und das Freispiel genießen und oft viele neue Freunde kennenlernen. „Aber die Kinder finden auch diesmal viele Beschäftigungsmöglichkeiten, und es ist so besser als nichts. Und wir haben auch von den Familien viele dankbare Rückmeldungen erhalten“, so die Leiterin.

Noch zwei Wochen lang, bis etwa zur Ferien-Halbzeit, wird also trotz Sommerferien viel Leben an der Heckenlandschule herrschen. Und für viele Kinder ist es ganz sicher mehr als nur ein Ersatz für die Urlaubsfahrt, die vielleicht in diesem Jahr ausfällt.

(hes)