Kreis Düren: „Die Frauen gehen gestärkt aus dem Haus“

Kreis Düren: „Die Frauen gehen gestärkt aus dem Haus“

Panikattacken, Schlafstörungen, selbstverletzendes Verhalten und depressive Verstimmungen: „Frauen und Kinder, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind, sind oft traumatisiert“, sagt Petra Müller, Vorsitzende des Vereins „Frauen helfen Frauen“.

Im vergangenen Jahr standen erstmals seit 2006 wieder vier volle Stellen zur Verfügung, die Personalkosten werden zu 70 Prozent vom Land übernommen. Im Frauenhaus Düren stehen 15 Plätze zur Verfügung, acht für Frauen und sieben für Kinder. 2013 haben 36 Frauen und 22 Kinder im Frauenhaus gelebt. Wegen der Renovierungsarbeiten waren nicht alle Zimmer nutzbar. Die durchschnittliche Verweildauer der Frauen betrug 62 Tage. Die Beratungsstelle erreichten 80 Meldungen der Polizei, in denen Frauen Opfer häuslicher Gewalt geworden sind, 83 Kinder waren mit betroffen.

Auch an anderer Stelle wurde das Beratungsangebot erweitert. „Wir haben unsere Nachsorge intensiviert. Wenn eine Frau das Frauenhaus verlässt und in die eigene Wohnung zieht, stehen wir mindestens noch ein Jahr lang mir ihr ihr Kontakt und helfen bei Bedarf weiter“, erklärt Sonja Waltl, Mitarbeiterin des Vereins. Der Schritt in ein eigenständiges Leben soll so erleichtert und stabilisiert werden.

Auch die „Möbelgarage“ ist ein Instrument, das Frauen bei diesem Schritt unterstützen soll. „Viele Frauen kommen nur mit einem Koffer bei uns an“, erklärt Petra Müller. Beim Umzug in die eigenen vier Wände können die Frauen bei Bedarf auf ein Bett, Küchenschränke oder einen Kühlschrank aus der Garage zurückgreifen.

Alle Möbel und Elektrogeräte sind Spenden aus der Bevölkerung. „Wir würden uns freuen, wenn wir eine mietfreie Garage finden“, äußert Petra Müller einen Wunsch. Und sie fügt einen zweiten hinzu: „Neue Vereinsmitglieder sind willkommen.“ Weitere Informationen gibt es unter Telefon 02421/17355 und per E-Mail an info@frauen-helfen-frauen-dueren.de.

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