Erkelenz: Die fließenden Grenzen zwischenden Objekten und der Malerei

Erkelenz: Die fließenden Grenzen zwischenden Objekten und der Malerei

Unter dem Titel „Marry-go-round” präsentiert die israelische Künstlerin Ora Avital im Haus Spiess Werke aus den letzten elf Jahren. Die Künstlerin bewegt sich zwischen Malerei und Objektkunst, wobei sie gekonnt die Grenzen verschwimmen lässt.

Insgesamt 48 ihrer Werke geben einen Einblick in die Vielseitigkeit ihres Schaffens. Beeindruckend war ihre Installation „Playtime”, für die Seiten aus GEO-Ausgaben akribisch zu Röhren gerollt und dann zu geometrischen Kompostionen zusammengefügt wurden.

Dabei betrachte sie die Seiten als Fragmente der Zeit und Farbkleckse, aus denen sich der Gesamteindruck ergebe, betonte die Künstlerin am Rande der Eröffnung. Der Betrachter mochte kaum glauben, dass die wie riesige Bauklötze wirkenden Objekte tatsächlich aus Zeitungspapier entstanden sind. Doch auch andere Objekte erregten das Interesse beim Rundgang durch die Ausstellungsräume.

Bunte Papierkugelketten oder Gipsgebilde, die von der Decke bis zum Boden reichten und wie hingegossen in der Bewegung wirkten, ließen Fragen offen und boten Raum zur Interpretation. Dem Betrachter eröffnet sich durch Avitals Werk die Möglichkeit für eigene Gedanken über Farbe, Form und Gestaltung. Dabei wollen die Arbeiten von allen Seiten in Augenschein genommen werden, da sie je nach Lichteinfall oder Umgebung völlig unterschiedlich wirken.

Die Kunsthistorikerin Eva Lehmann-Weingärtner sprach von einer bewussten Aufhebung der „traditionellen Raumabschlüsse”, wodurch sich die Arbeiten „ins Universelle” auszudehnen scheinen. Die stellvertretende Bürgermeisterin Astrid Wolters ging noch einen Schritt weiter und stellte einen ästhetischen Zusammenhang zwischen Avitals Werken und den Ausstellungsräumen im Haus Spiess her. Dies sei ein weiterer Reiz, der von der Ausstellung ausgehe und vom Besucher individuell erlebt und erfahren werden müsse.

Die 1960 in Israel geborene Künstlerin studierte an der Kunstakademie in Jerusalem und kam 1992 nach Deutschland. In Düsseldorf hatte sie erste Einzel- und Gruppenausstellungen. Heute lebt die 51-jährige in Mönchengladbach.

Die Ausstellung ist noch am Samstag, 3. Dezember, und Sonntag, 4. Dezember, von 15 beziehungsweise 11 bis 18 Uhr zu sehen.

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