Kreis Heinsberg: Die Bau-Lehrlinge schaffen und erhalten Werte

Kreis Heinsberg: Die Bau-Lehrlinge schaffen und erhalten Werte

„Mit der Baugewerbe-Innung des Kreises Heinsberg wollen wir Werte schaffen, indem wir denkmalgeschützte Objekte erhalten helfen.“ Diese Feststellung traf Heinz-Peter Dahmen, seit Jahren im Erkelenzer Verein „Freunde der Burg“ aktiv und auch Vorstandsmitglied der Baugewerbe-Innung Heinsberg.

So waren etwa 20 Schüler aus dem dritten Lehrjahr der Maurerklasse auf der Burg damit beschäftigt, die dringend sanierungsbedürftige Rollschicht auf dem Mauerwerk an der Erkelenzer Burg zu erneuern. Auch Bürgermeister Peter Jansen fand Worte der Anerkennung für diese handwerkliche Leistung. „Hier sind Spezialisten gefordert“, stellte er unter Hinweis auf die vor Jahrhunderten gebaute Burg fest und dankte im Namen der Stadt.

Die „Freunde der Burg“ sind seit Jahren damit beschäftigt, dieses bedeutende Wahrzeichen der Stadt Erkelenz für spätere Generationen zu erhalten. Dazu sind zum Teil kostspielige Sanierungsarbeiten dringend erforderlich. Die Backsteinmauerwerke an der Burg wurden Ende der 50er-Jahre mit den damaligen Möglichkeiten saniert. Die Mauerwerke sind aber durch Wind, Wetter und thermische Beeinflussung stark in Mitleidenschaft gezogen und müssen jetzt wieder ausgebessert werden. Die „Freunde der Burg“ erhielten auf Initiative der Baugewerbe-­Innung Heinsberg vom Berufskolleg Geilenkirchen praktische handwerkliche Unterstützung.

Der praxisorientierte Unterricht unter Anleitung erfahrener Maurer stand unter dem Motto: „Wir schaffen Werte — Lehrlinge der Baugewerbe-Innung Heinsberg“. Obermeister Michael Hemmersbach konnte aus diesem Anlass viele Ehrengäste an dem „historischen Ort Burg“ begrüßen. Man habe sich bei der Innung gedacht, mit dem theoretischen und praktischen Unterricht einfach den Erhalt des historischen Gebäudes in Erkelenz zu fördern. Man wolle nicht nur Werte schaffen, sondern auch erhalten, erklärte der Obermeister unter Hinweis auf die Gemeinnützigkeit der Aktion.

Als Fachmann in der Burg-­Geschichte gab Heinz-Peter Dahmen einige Erläuterungen. Demnach ist die Stadtbefestigung eine heute noch in Resten erhaltene mittelalterliche Befestigungsanlage, die circa 8,50 Meter hoch und 1,6 Kilometer lang war und vier Stadttore hatte. Jedes Stadttor für sich war eine Torburg, die als uneinnehmbar galt. Zusätzlich war sie noch von einem Wallgraben umgeben, der mit Wasser gefüllt war. Urkundlich sei die Burg Erkelenz erstmals im Jahr 1377 als Burg des Herzogs von Geldern erwähnt worden, fuhr Dahmen fort. Als Ende der Bauzeit werde urkundlich das 15. Jahrhundert genannt. Heute sei hauptsächlich noch der Burgfried mit einer Höhe von etwa 23 Metern erhalten, wobei die unteren Mauerwerke circa 3,50 Meter dick seien. Die heutigen Backsteinmauerwerke seien durch Witterungseinflüsse stark in Mitleidenschaft gezogen und müssten dringend saniert werden.

Einen Schritt in Richtung Sanierung leisteten jetzt die Lehrlinge der Baugewerbe-Innung. Als kleines Dankeschön erwartete die Auszubildenden eine Feier im Festsaal mit Übernachtung in der Burg und gemütlichem Beisammensein, ein wohlverdienter Abschluss eines gelungenen Anschauungsunterrichts. Übrigens hat allen beteiligten Lehrlingen nach eigener Aussage dieses Projekt einen „Riesenspaß“ gemacht.

(koe)