Wirtschaftsförderung: Der TPH in Kohlscheid ist für koreanische Firmen das Tor zu Europa

Wirtschaftsförderung : Der TPH in Kohlscheid ist für koreanische Firmen das Tor zu Europa

Hoher Besuch im Technologie-Park Herzogenrath (TPH): Der koreanische Generalkonsul nimmt das Korea Germany Technologie Cooperation Center (KGTCC) in Augenschein.

Großer Auftrieb im Technologiepark (TPH) Herzogenrath: Das dort angesiedelte Korea Germany Technologie Cooperation Center (KGTCC) konnte hohen Besuch willkommen heißen: Zum Auftakt der Aktivitäten von fünf koreanischen Unternehmen, die fortan eine Dependance im TPH haben, war der Generalkonsul der koreanischen Botschaft, Seung Jae Huh, gekommen, begrüßt von TPH-Geschäftsführer Michael Eßers und dem Herzogenrather Bürgermeister Dr. Benjamin Fadavian. Ebenfalls mit von der Partie: Soeyon Schröder-Kim, die als Repräsentantin des Staates Korea und von NRW.Global Business und in ihrer Funktion als Wirtschaftsmanagerin nach Herzogenrath gekommen war. Dr. Johannes Pietzka, der zusammen mit John Gill Kim das KGTCC leitet, freute sich denn auch: „Ich denke, dass wir hier mit dem neuen Center eine Erfolgsgeschichte für Herzogenrath und die Region begonnen haben, die auch für die Zukunft noch einige Kapitel bereithalten wird.“

Den Startschuss für die Kooperation zwischen Korea, dem Land NRW und Herzogenrath hatten im Dezember 2019 der damalige NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und der koreanische Wirtschaftsminister Yun Mo Sung gegeben. In ihren Gesprächen war es seinerzeit um die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen NRW und Korea gegangen. Am Ende stand ein Abkommen, das die Gründung eines Forschungs- und Entwicklungszentrums mit Standort in Herzogenrath vorsah.

Das Ergebnis ist nun mit dem KGTCC im Technologiepark zu bewundern. Generalkonsul Huh sparte zu diesem Anlass nicht mit Komplimenten für den Standort und verbreitete vor allem Optimismus: „Die Paradigmen der Weltwirtschaftspolitik verlangen es für Korea, neben den großen Wirtschaftsnationen USA und China auch den Technologiestandort Deutschland in den Blick zu nehmen. Hier ist enorme Expertise in Hochtechnologie und Know How zu finden. Die Nähe zur RWTH Aachen und zu zahlreichen Unternehmen in der Region sind ein großer Standortvorteil für koreanische Mittelstandsunternehmen. Allein im TPH ergeben sich schon großartige Möglichkeiten zum Networking.“ Der Konsul sprach davon, Deutschland sei für Korea „das Tor zu Europa“. Nicht nur in den Hochzeiten der Corona-Pandemie habe sich gezeigt, dass die Flughäfen Frankfurt und München die einzigen ständig zugänglichen Ziele für Direktflüge aus Korea gewesen seien. Huh zeigte sich überzeugt, dass sich zwischen den im TPH angesiedelten koreanischen Firmen und ihren deutschen Geschäftspartnern zahlreiche Synergieeffekte ergeben würden und wünschte dem KGTCC und den durch es vertretenen Unternehmen viel Erfolg.

Center-Leiter Dr. Johannes Pietzka, zu dessen Aufgaben hauptsächlich gehört, für die neuen asiatischen Firmen im TPH Kooperationspartner in der deutschen Forschung und Wirtschaft zu finden, betonte, man merke bereits jetzt, dass die Zusammenarbeit deutlich effektiver ist, wenn die Firmen in Herzogenrath vor Ort seien: „Die Kommunikation läuft dann wesentlich schneller und klarer.“ Das koreanische Wirtschaftsministerium hat zehn mittelständische Unternehmen ausgewählt, die je einen Vertreter ins TPH entsenden werden. Die Covid-19-Pandemie und die damit verbundenen Reisebeschränkungen haben in Aufbau und Entwicklung des KGTCC zu Verzögerungen geführt. So sind zwar bisher noch nicht alle zehn Firmen in Herzogenrath vertreten, aber immerhin haben schon fünf Unternehmen ihr Büro im KGTCC bezogen. Ein sechstes wird noch im Dezember folgen. Weitere werden dann im kommenden Jahr dazu kommen. Auf mehr als 300 Quadratmetern Bürofläche stehen den koreanischen Firmen zehn mit modernster Bürotechnik ausgestattete Arbeitsplätze zur Verfügung. Das TPH habe sich mit seiner günstigen Lage, seiner zweckmäßigen Ausstattung und seiner guten Infrastruktur als idealer Standort erwiesen, sind Dr. Johannes Pietzka und TPH-Geschäftsführer Michael Eßers überzeugt. Pietzka sagt sogar: „Langfristig können die Aktivitäten das Technology Centers auch zur Ansiedlung weiterer südkoreanischer Unternehmen in Nordrhein-Westfalen führen.“

Die Branchen der Firmen, die im KGTCC vertreten sind, bieten eine breite Palette: Sie reicht von schweren Anbaugeräten für Baumaschinen bis zu Präzisionsgeräten zur kontinuierlichen optischen Inspektion in der Fertigung, von Leichtmetall-Gussteilen für die Automobilindustrie über hochfeste Schrauben und Bolzen für den Einsatz in Motorblöcken und Getriebegehäusen bis zu Hochspannungsrelais für E-Mobile und von Biomaterialien in der Zahnheilkunde bis zu biologisch abbaubarem Nahtmaterial für chirurgische Nähte. Spricht man mit koreanischen Repräsentanten der im TPH vertretenen Firmen, ist allenthalben Aufbruchstimmung zu spüren. Man wolle „vom höheren Qualitätsstandard in Deutschland profitieren“, heißt es. Man hoffe auf gute Zusammenarbeit mit deutschen Institutionen und viele Synergieeffekte. Einer meint: Wir sind hier in Herzogenrath so etwas wie die erste Generation. Ich wünsche mir, dass weitere folgen werden.“