Aachen: Der Orden gibt sich diesmal öcherisch

Aachen : Der Orden gibt sich diesmal öcherisch

Nach dem Schlussbild musste sich Uwe Brandt sputen. Er wurde im Josefshaus erwartet, wo er noch einen Auftritt als Amigo vor sich hatte. Der war mit seinen drei Freunden schnell erledigt - und Amigo Uwe Brandt war flott zurück im Eurogress.

Dort spülte der Tropigarden-General erst mal den erlebten Stress mit einem kühlen Bierchen runter. Geschafft! Die Ordensverleihung „Wider den tierischen Ernst” war sensationell eingeschlagen, der Neue in der Machertruppe konnte sich mit seinen Partnern Manfred Langner (Intendant des Grenzlandtheaters) und Berufsregisseur Ulf Dietrich zufrieden zurücklehnen.

Deutlich war die Handschrift Brandts am Samstagabend zu erkennen: Viel Lokalkolorit, Aachen wurde typisch und sympathisch von der „Grande Dame” des Öcher Platt, Gitta Haller, von Ägid Lennartz und Jupp Ebert und natürlich Jürgen Beckers verkauft.

Mit diesen Akteuren kann eine karnevalistische Gala nur ein Gewinn sein. Auch die Jonge vajjen Beverau, Dirk von Pezold als Lennet Kann, die Oecher Börjerwehr mit den Waschweibern, die Noppeney-Garde, die Penn-Maatswiver und TN-Boom trugen wesentlich zum Erfolg bei. Das Regieteam hatte dieses Jahr die zeitliche Abfolge fest im Griff.

Da schien der Auftritt von Märchenprinz Max II. mit seinem Gefolge und der Prinzengarde fast zu kurz. Wie auch der Auftritt der Schüler der Grundschule Passstraße, die sich über einen mit 3333 Euro dotierten Scheck - dem Zentis-Kinderkarnevalspreis - freuen durften. Der karnevalistische Nachwuchs kam zusammen mit Lennet Kann, Dirk von Pezold, auf die Bühne, lauter kleine Lennet Kanns präsentierten sich.

Als kleine Draufgabe gab ihnen AKV-Präsident Horst Wollgarten einen Waschkorb voller Zentis-Süßigkeiten mit auf den Weg. Ebenfalls etwas zu kurz war der Aufzug der Öcher Tollität mit Hofstaat und Prinzengarde. Hurratschingbumm, was für ein Spektakel. Die Öcher zeigten´s mal wieder, Fastelovvend steckt in ihrem Blut. Eine tolle Werbung für die Stadt und den AKV. Nur das Kulttrio Josef, Jupp und Jüppchen schwächelte etwas.

Für Brandt, Langner, Dietrich und Programmchef Hubert Crott war der Erfolg des Abends der verdiente Lohn harter Vorarbeit. „Man muss in erster Linie für den Saal arbeiten, nicht fürs Fernsehen, dann klappt es auch, und dann wird auch die Fernsehübertragung toll”, erklärte Brandt.

„Wir sind schon ein gutes Team”, merkte Langner an. Zusammenraufen mussten sich die drei. Langner und Dietrich, die auch schon im vergangenen Jahr die Regie besorgten, lernten Brandt erst während der Vorbereitung der Veranstaltung kennen. „Wir hatten aber auch eine gute Ritterin”, rühmte das Regieteam Fürstin Gloria von Thurn und Taxis. Dietrich ergänzte: „Die hat alles selbst gemacht.”

Am Sonntagmorgen machte sich die drei Herren nach einer anstrengenden Nacht in aller Herrgottsfrühe auf den Weg nach Köln. Ab 7 Uhr wurde beim WDR die Aufzeichnung geschnitten, die am Abend zur besten Sendezeit im Ersten lief.