Stolberg-Münsterbusch: Der Kindheitstraum wird endlich wahr

Stolberg-Münsterbusch : Der Kindheitstraum wird endlich wahr

197 Zentimeter geballter Frohsinn: Das ist Michael I. (Bartz). Am Freitag wurde der 27-Jährige im Jugendheim Münsterbusch den Stolbergern vorgestellt - und eroberte sie im Sturm.

Seine „Einführung” als künftiger Prinz der Stadt Stolberg ist vielversprechend. Wenn Michael I. in dem Stil weitermacht, steht den „Jecken” eine großartige Session bevor. Es ist erfrischend-natürliche Art und Weise, wie der junge Brandmeisteranwärter den Fastelovvend lebt, die ihn so sympathisch macht.

Die designierte Tollität ist fröhlich, ohne dabei überdreht zu sein. Der junge Rettungsassistent verkörpert Stil und ist dennoch der Kumpeltyp. Viel, aber noch viel wichtiger ist, dass Michaels Leidenschaft für den Karneval echt ist - so was merkt das Publikum sofort. „Einmal im Leben Prinz zu sein, ist ein Kindheitstraum von mir. Als Kind hat es leider nie geklappt, aber jetzt endlich wird mein Traum wahr”, erzählte Michael I. unserer Zeitung.

Bartz ist im Stolberger Karneval kein Unbekannter: Als Mitbegründer und ehemaliger Präsident der 2004 gegründeten „Teuflischen Jecke” ist er vielen im Saal gut bekannt.

Von Vorteil für das Amt des Prinzens der Stadt Stolberg ist sicherlich auch seine Musikalität. Michael I. beherrscht gleich mehrere Instrumente, er spielt Keyboard, E-Bass und Mundharmonika und singen kann er obendrein. Ein Talent, was er bei seinen Auftritten einbringen wird. Die Premiere im Jugendheim in Münsterbusch war jedenfalls vielversprechend: Ein mit Inbrunst geträllerte Prinzenrede macht einfach gute Laune.

Des einen Jubelstunde bedeutet für den anderen den Abschied: Sichtlich bewegt sagte Jochem I. (Reitze) seinen Untertanen „Tschüss”. Reitze geht ins kollektive Gedächtnis als Prinz „Fünf vor Zwölfte” ein. Quasi in letzter Minute sprang er in der vergangenen Session in die Bresche, damit Stolberg eine Tollität hat.

Überwältigt von seinen Gefühlen, versagte Jochem I. die Stimme. Doch die Jecken verstanden auch so, was ihr „Fünf-vor-Zwölf-Prinz” sagen wollte. Manchmal bedarf es eben keiner großen Worte, da reicht ein einziger Blick.

Ein einziger Blick reicht auch zwischen Michael und seinem Gefolge. Seine Gefolgschaft besteht aus rund 15 jungen Männern, die in ihren schwarzen Anzüge an die Alienjäger aus der Science-Fiction-Komödie „Men in Black” erinnern. Die „Men in Black” hatten sich am Treppenaufgang zur Bühne postiert und kurbelten von dort aus die Stimmung gehörig an, indem sie die Refrains lauthals mitsangen und als eine Art Publikumsanimateur agierten.

Die Vorstellung des künftigen Stadtprinzen ist traditionell Sache des Komitees Stolberger Karneval mit Präsident Josef Belau, genannt Beppo, an der Spitze. Beppo hatte auf der Bühne zahlreiche Auftritte anzukündigen, garniert war die Vorstellung des designierten Prinzen nämlich mit einem bunten Programm.

Für die „Teuflischen Jecken” war es geradezu Ehrensache, bei der Vorstellung ihres Ex-Präsidenten mitzuwirken. Auch die Gesellschaften „Echte Frönde”, die „Münsterböscher Jonge”, die „Wölleklös” aus Mausbach, das Showballett der „Wenkbülle” vom Donnerberg und die „Zunft” unterhielten mit Tanzeinlagen und Co.

Ganz im Sinne von Michael I. nahm Musik einen großen Part beim Fest ein. Für Schunkelstimmung im gut gefüllten Saal sorgten die Trompetenbläser vom Donnerberg, die „Altstadtmusikanten” und die „Karamba Männcher”.

Die Proklamation von Michael I. findet am Freitag, 8. Januar, auf der Burg statt. Erst an diesem Abend wird der 27-Jährige sein Sessionsmotto bekannt geben, „vorher wird nichts verraten.”