Städteregion: Das „MON“-Kennzeichen wird wiederbelebt

Städteregion: Das „MON“-Kennzeichen wird wiederbelebt

Noch sind Autos oder Motorräder mit einem „MON“-Kennzeichen eine echte Rarität. An gerade mal 87 Fahrzeugen, vor allem an Traktoren und Anhängern, prangt das Überbleibsel aus dem Altkreis Monschau, der 1972 der kommunalen Neugliederung zum Opfer gefallen war. Viele Eifeler trauern dem „MON“ bis heute nach.

Sie können sich jetzt freuen: Am Donnerstag hat der Städteregionstag mit Mehrheit beschlossen, das „MON“ wieder einzuführen, als Wahlkennzeichen neben dem „AC“. Dabei hatten die Politiker noch vor einem Jahr die Wiederbelebung von „MON“ abgelehnt — einstimmig damals sogar.

„Etwas verwundert“ hat SPD-Fraktionschef Martin Peters deshalb, dass CDU und Grüne nun doch dem Wunsch des Monschauer Stadtrates folgen. „Wir bleiben bei AC“, erklärte er, räumte aber ein, dass er seine Monschauer Fraktionskollegin auch nicht davon überzeugen konnte, dass das „AC“ das Gemeinschaftsgefühl in der Städteregion stärkt. FDP-Fraktionschef Georg Helg bedauerte den „Umfall“ von Schwarz-Grün — mit Ausnahme von Städteregionsrat Helmut Etschenberg.

Mit Zwang erreiche man ein solches Gemeinschaftsgefühl auch nicht, stellte der Monschauer CDU-Politiker Alexander Lernders fest. Und Werner Krickel von den Grünen (ebenfalls Monschau) meinte, als Politiker sollte man auch pragmatisch sein. „Und wenn wir damit die Menschen glücklich machen, dann ist es doch gut.“ Zumal, wie CDU-Fraktionschef Dieter Wolf leidenschaftslos feststellte, das Ganze ja „kostenneutral für den Haushalt“ ist. Wann die ersten neuen „MON“-Kennzeichen ausgegeben werden, steht noch nicht fest. Die Verwaltung muss beim zuständigen Ministerium die Genehmigung dafür einholen.

Aber ab Donnerstag, 2. Mai, können sich Interessenten beim Straßenverkehrsamt schon ihr MON-Wunschkennzeichen reservieren. 40 Euro Gebühren werden fällig je „Umkennzeichnungsfall“, wie es im schönsten Verwaltungsdeutsch heißt. Beantragen können das „MON“ übrigens nicht nur Monschauer, sondern alle Einwohner von Baesweiler über Aachen und Stolberg bis nach Simmerath.

(jg)
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