Düren: Das leuchtende Hotel und Dürens Wolfgangsee

Düren : Das leuchtende Hotel und Dürens Wolfgangsee

Der Auszug aus der alten Dürener Druckerei war traurig. Wahnsinnig traurig. Schluchzend und lamentierend, am Boden zerstört zogen die Dürener Skunks aus ihrer alten Heimat und suchten eine neue Bleibe. Im Leopold-Hoesch-Museum ging es nicht, weil die alte Chefin, Dr. Dorothea Eimert, keine rote Farben an den Museumswänden erlaubte.

In der Arena wussten die Volleyballer von Evivo es zu verhindern, dass ihr Netz abmontiert wurde, naja, und im Stadtcenter waren die Skunks von den ganzen Konsumwaren einfach zu sehr abgelenkt. In Australien, wo Ex-Skunk Philipp Schloemer gerade ein paar Monate verbringt, gab es auch keinen geeigneten Platz.

Zum Glück, ja zum Glück zeigte sich jedoch Pfarrerin Susanne Rössler als rettender Engel und beherbergte die Skunks mit ihrer neunten „Kabarettistischen Karnevalsrevue” im Saal der Evangelischen Gemeinde. Am Sonntag war Premiere, Der Saal war ausverkauft, die Leute mit und ohne Kostüme bester Stimmung.

Die Akteure Anika Andreu-Carrion, Reiner Brücker, Nicole Grasmeier, Bernd Hahne, Jesko Kaluzny, Michael Krohm, Thomas Lüttgens, Kai Meister, Verena Schloemer, Robert Schumacher, Brigitte und Kenny Sehle, Iris Steiger-Landsch, Dirk Steiger und Daniele Thelen-Großmann hatten sich trotz „Umzug” wieder einiges einfallen lassen.

Es ging um die Stadthalle und den geplanten Hotelbau, die Neugestaltung des Museumsvorplatzes, die (fast) gestrichenen Geldgeschenke für die 100-Jährigen der Stadt, die Aktion „Düren leuchtet” und die Bauwut von Landrat Spelthahn und den geplanten Indesee, der ja wohl besser Wolfgangsee heißen müsste.

Michael Krohm sang ein flottes Liedchen über die Annakirmes, das war es dann aber auch mit dem Dürener Lokalkolorit. Ansonsten wurde das Märchen „Rotkäppchen” der Gebrüder Grimm zu einer Gerichtsverhandlung im Fernsehen, Verena Schloemer sorgte für Schmunzeln mit ihrer Parodie auf Guido Westerwelle und Nicole Grasmeier wollte unbedingt konfirmiert werden - klar, wenn man schon bei der Evangelischen Gemeinde zu Hause ist. Herausragend war am Sonntag Abend ohne Zweifel Kai Meister, der mit einer unglaublichen Körperbeherrschung, Mimik und Sprache das Publikum begeisterte. Besonders als Opa Eduard, der seinen Kindern und Enkeln seinen letzten Willen präsentierte, war Meister einfach unschlagbar.

Viel Applaus gab es zudem auch für die letzte Nummer des Abends. Aus den Skunks war ein braves Blockflötenorchester geworden, das aufs Übelste Maurice Ravels „Bolero” vergewaltigte.