Waldenrath/ Gerderhahn/ Keyenberg: Das letzte „Alaaf“ vor der Fastenzeit

Waldenrath/ Gerderhahn/ Keyenberg: Das letzte „Alaaf“ vor der Fastenzeit

Bei den Veilchendienstagsumzügen in Heinsberg-Waldenrath und den Erkelenzer Ortsteilen Gerderhahn und Keyenberg ist das letzte „Alaaf“ für diese Session erklungen. Die Narren haben dabei vor dem heutigen Aschermittwoch für ein würdiges Karnevalsfinale gesorgt.

Dicht gedrängt und in ihrer Zahl rekordverdächtig säumten die Zuschauer beim Veilchendienstagszug in Waldenrath die Straßen. Aus Heinsberg, aber auch aus dem angrenzenden Geilenkirchen, aus Gangelt und aus dem Selfkant waren die Gruppen mit bis zu 200 Teilnehmern mit ihren Karnevalswagen angereist, um in Waldenrath für diese Session noch ein letztes Mal den Karneval zu feiern. Sie hatten in den Zügen der vergangenen Tage Sturm und Regen, gar Schneegestöber durchgestanden und freuten sich über den strahlenden Sonnenschein, der sie in dem kleinen Ort empfing.

Aachen. Hier folgt der Foto: Anna Petra Thomas

Mehr noch, die Jecken am Straßenrand tanzten zusammen mit den Narren im Zug und freuten sich reichlich über Kamelle und Blumen, die der Wooder Wend, aber auch die Waldenrather Frauen verteilten, die als Froschkönige im Zug unterwegs waren. Kleine und große Indianer waren zu Fuß dabei, ganz viele Weihnachtsmänner, sogar mit einer großen Kutsche. Nicht zuletzt war auch der neue Kirchturm des Ortes ein Thema der vielen Fußgruppen, bei denen schon die Kleinsten Süßigkeiten an die Besucher verteilten.

Ganz jeck am Veilchendienstag: Die Waldenrather Frauen waren als Froschkönige unterwegs (oben l.). Im dortigen Zug war auch die neue Kirchturmspitze ein Thema (oben r.). Bei viel Sonnenschein weckte die Gruppe der Sonnenblumen in Gerderhahn die Hoffnung auf ein baldiges Frühlingserwachen (unten l.). Und in Keyenberg steckten die Prinzen in bunten Rollen (unten r.) Foto: Günter Passage

Der große Wagen der Waldenrather erinnerte an die Zeit der Hippies, bevor der Gesellschaftswagen der Karnevalsvereinigung Wooder Wend mit der Windmühle hintendran traditionell den Zug beschloss, der für weit mehr als eine Stunde an den Jecken vorbeigezogen war.

In einem großen Finale endete während eines bunten und schrillen Veilchendienstags der Zug in Gerderhahn. Noch einmal hatten die Jenhahner und auswärtige Gäste alle Kräfte gebündelt, um sich mit einem spektakulären Umzug von der diesjährigen Session zu verabschieden.

Pünktlich um 14.11 Uhr setzte sich der Zug, der als bunter Lindwurm durch die Straßen von Gerderhahn zog, in Bewegung. Doch nicht nur die teilnehmenden Fußgruppen und die Jecken auf den Motivwagen zeigten sich noch einmal von ihrer besten Seite. Auch die zahllosen Narren an den Straßenrändern erfreuten sich am bunten Treiben.

Echte Lebensfreude versprühten die heimischen Blumenmädchen. Die Holzfäller aus dem benachbarten Tüschenbroich ließen es ebenso krachen wie die Teilnehmer aus Granterath, die mit einem großen Motivwagen angereist waren. Präsident Frank Salewski hatte zuvor die Karnevalisten aus Jackerath und aus dem benachbarten Gerderath begrüßt.

Ebenfalls mit von der Partie war die Prinzengarde der Erkelenzer Karnevalsgesellschaft. Auch die Knallköpp aus Golkrath, die ihren Prinzen im Gefolge hatten, waren auch in diesem Jahr in Gerderhahn aufgeschlagen.

Ihren letzten Auftritt als Gerderhahner Dreigestirn erlebten Prinz Frank, Bauer Jochen und Jungfrau Konstanze hoch oben von ihrem Prinzenwagen. Mit vollen Händen Kamelle unter das närrische Volk befördernd, verabschiedeten sich die drei enthusiastisch von der diesjährigen Karnevalssession. In der Gerderhahner Mehrzweckhalle ließen die Jenhahner den Karneval ausklingen.

In Keyenberg verabschiedeten sich am Dienstag die Grubenrand-Piraten mit einem kleinen Zug von der diesjährigen Session. Nachdem sich die Dorfbewohner am Tagebaurand mit vielen auswärtigen Gästen bei den Abendveranstaltungen der KG vergnügt hatten, zogen Keyenbergs Jecke diesmal in bester Feierlaune durch die Straßen des Ortes.

Aufgeboten hatte die Gesellschaft einen Motivwagen, der an den Wilden Westen erinnerte. Flankiert von zahlreichen Cowboys und -girls winkten sie den Jecken am Straßenrand zu. Aber auch kleine Zugteilnehmer, die sich als Geister verkleidet hatten, hinterließen einen guten Eindruck. Den Schluss bildeten die „Prinzenrollen“. Auf ihrem Wagen den Prinzen fest installiert, sorgte die Gruppe dank ihrer auffälligen Kostüme für einiges Aufsehen. Der Ausklang der Karnevalssession fand bei bester Feierlaune in der Keyenberger Mehrzweckhalle statt.

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