Kreis Heinsberg: Das Kunstlabor ist zur Belastung geworden

Kreis Heinsberg: Das Kunstlabor ist zur Belastung geworden

Vor rund neun Jahren gründeten Michael und Silvia Kempe die Online-Plattform „kunstlabor.de“. Ziel war es, die vielseitige und vitale Kunstszene im Kreis Heinsberg darzustellen, ihr eine interaktive Plattform zu geben und Synergien herzustellen.

120 Künstler sind dabei

Rund 120 Künstler, Gruppen und Bands sind seitdem im Kunstlabor vertreten. Doch damit könnte schon bald Schluss sein, wenn man den beiden Gründern glaubt. „Die Luft ist raus“, erklärt Michael Kempe auf Nachfrage. „Entweder es finden sich Künstler, die Kunstlabor weiterbetreiben, oder wir beerdigen das Projekt in Würde.“

Zum Leistungsangebot des Kunstlabors gehörte auch der dreitätige Kunstevent auf der Erkelenzer Burg, bei dem die Mitglieder Gelegenheit hatten, sich einem breiten Publikum zu präsentieren. In Erkelenz war die Veranstaltung mit Ausstellungen, Konzerten und Lesungen längst fester Bestandteil der offiziellen Jahresplanung. Dieses Jahr wird es auf der Burg keine Kunst vom Kunstlabor geben. „Wir hatten schon vor rund zwei Jahren die Teilnehmer aufgerufen, sich über eine verstärkte Mitarbeit Gedanken zu machen“, hebt Kempe hervor. Die Resonanz sei jedoch eher überschaubar gewesen.

Für ihn und seine Frau Silvia ist das Kunstlabor mittlerweile zu einer Belastung geworden. Denn beide feiern derzeit mit ihrem Musikprojekt „e-Tiefengrund“ internationale Erfolge im Bereich der elektronischen Musik.

Vor einigen Monaten ist ihr zweites Album „A scent of jasmine“ erschienen, das auch außerhalb Europas von Fachkreisen mit großem Interesse aufgenommen wurde. Zukünftig wolle man sich mehr auf die Musik konzentrieren und — im Idealfall — als einfache Mitglieder im Kunstlabor vertreten sein, erklärt Kempe.

Ob es in Zukunft weiterhin Kunstevents auf der Burg geben wird, die den Stempel „Kunstlabor“ tragen, mag Kempe weder dementieren noch bestätigen. „Das hängt von der Bereitschaft der Mitglieder ab“, lautet seine ausweichende Antwort.

Im September will er die vorhandenen Interessenten in den Umgang mit dem Web-Portal einweisen. Danach soll es nicht mehr in seinen und den Händen seiner Frau liegen.

Man darf gespannt sein, wie die Zukunft des Kunstlabors aussehen wird...

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