Kreis Heinsberg: Das frühere Schulgebäude ganz im Zeichen der Bildung

Kreis Heinsberg: Das frühere Schulgebäude ganz im Zeichen der Bildung

Nachdem im Dezember bereits der Bauausschuss des Kreises in Heinsberg an der Oberbrucher Straße 1 getagt hatte, ist das in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres von einem Schul- in ein Verwaltungsgebäude umgewandelte Bildungshaus am Mittwoch im Beisein von Landrat Stephan Pusch offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Dezernent Philipp Schneider sprach unter Verweis auf die Substanz des Gebäudes und dessen zentrale Lage in der Kreisstadt von einem der Filetstücke im Bestand des Kreises. Ein Verkauf des Gebäudes, in dem einst das Berufskolleg und später die inzwischen aufgelöste Gebrüder-Grimm-Schule, die Förderschule mit dem Schwerpunkt Sprache, beheimatet war, sei nicht infrage gekommen.

Über den Dächern der Kreisstadt: Die frühere Schulaula im Bildungshaus könnte beispielsweise für Vortragsveranstaltungen und Lesungen der VHS genutzt werden. Fotos (4): defi Foto: defi

Angesichts zusätzlicher Aufgaben, die der Kreis in den Bereichen Bildung und Integration habe übernehmen müssen, sei im Heinsberger Kreishaus an der Valkenburger Straße ohnehin nicht mehr ausreichend Platz vorhanden gewesen. Deshalb seien nun bildungsnahe Verwaltungseinrichtungen (aber auch die Bußgeldstelle des Kreises) in dem Gebäude an der Oberbrucher Straße untergebracht worden.

Auch Bernd Laprell, Leiter des Kommunalen Integrationszentrums, hat sein neues Büro im Bildungshaus. Foto: defi

Kostenrahmen eingehalten

Bildungshaus: Das denkmalgeschützte Gebäude steht in Heinsberg an der Oberbrucher Straße 1. Foto: defi

Nicht ohne Stolz verwies Schneider darauf, dass der Kostenrahmen eingehalten worden sei. Für den eigentlichen Umbau seien 576.000 Euro veranschlagt worden; dieser Ansatz sei sogar um rund 10.000 Euro unterschritten worden. Zusätzlich seien für die Einrichtung — wie geplant — rund 135.000 Euro ausgegeben worden. Dank konstruktiver Gespräche mit dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege habe in dem unter Denkmalschutz stehenden Objekt aus den 1950er Jahren auch eine neue Aufzugsanlage eingebaut werden können. Die nun im Bildungshaus tätigen Mitarbeiter seien „sehr zufrieden“.

Dezernent Franz Josef Dahlmanns erklärte, alle vier von Land, Bund und Europäischer Union geförderten Einrichtungen aus dem Bereich des Amtes für Bildung und Kultur, die nun im Bildungshaus zu finden seien, seien vor zehn Jahren überhaupt noch nicht da gewesen: Schulpsychologische Beratungsstelle (existent seit 2008), ­Regionales Bildungsbüro (seit 2011), Kommunale Koordinierungsstelle Schule — Beruf / Studium (seit 2013) und Kommunales Integrationszentrum (seit 2014).

Nicht umgebaut werden musste ein Bereich, in dem vier Klassenräume nun von der Anton-Heinen-Volkshochschule genutzt werden. Dort findet Unterricht im Rahmen von sieben der kreisweit aktuell laufenden 19 Integrationskurse im Auftrag des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge statt.

Auch Bußgeldstelle ist eingezogen

Mit Blick auf die ebenfalls in dieses Haus eingezogene Bußgeldstelle, die im vergangenen Jahr rund 70.000 Fälle zu bearbeiten hatte, sagte Dahlmanns: „Da steht ja auch der Erziehungsgedanke im Vordergrund.“ An 13 stationären Messanlagen sowie mit mobilen Messgeräten an insgesamt 450 definierten Messpunkten im Kreisgebiet ist der Kreis — zusätzlich zur Polizei mit ihren Kontrollmaßnahmen — Temposündern auf der Spur. Für die Messfahrzeuge des Kreises wurden auf dem früheren Schulhof drei Garagen neu errichtet.

Im obersten Geschoss bietet die frühere Schulaula über den Dächern der Kreisstadt einen schönen Ausblick - unter anderem auf den Selfkantdom. Es wird daran gedacht, diesen Raum für VHS-Veranstaltungen wie Vorträge oder Lesungen zu nutzen.

(disch)
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