Erkelenz: Cusanus-Gymnasium: Molières Stück muss „Dracula” weichen

Erkelenz: Cusanus-Gymnasium: Molières Stück muss „Dracula” weichen

Draußen ist es schon zur Mittagsstunde brütend heiß. Wer kann, flüchtet sich zur Erfrischung ans Wasser oder unter den Sonnenschirm. Rund 22 Mittelstufenschüler des Cusanus treibt es an aber in die abgedunkelte Aula ihrer Schule. Auch die Kleidung wird dem Wetter irgendwie nicht gerecht: lange Kleider, Hüte und auch Mäntel. Die Theater-AG der Mittelstufe probt „Dracula”.

Unter der Leitung des Lehrers Jörg Diepenthal und der Referendarin Florence Derix wollen die Schüler den weltberühmten Stoff des englischen Autors Bram Stoker in einer Bearbeitung von Bernd Klaus Jerofke auf die Bühne bringen.

Premiere ist am Donnerstag, 1. Juli. Die zweite Vorstellung folgt am Freitag, 2. Juli. Bis dahin muss noch an den Texten gearbeitet und an den Kostümen geschliffen werden. „Sehe ich wie Dracula aus?”, fragt Veronika Glitz, als sie frisch geschminkt und in schwarzen Zwirn gehüllt die Bühne betritt. Diese ist düster gehalten und will auch nicht recht in diese fröhliche Jahreszeit passen.

Cornelia Glitz, die den Jonathan spielt, hadert mit dem Herrenhut, den sie tragen muss. Er gefällt ihr nicht. „Ab und zu glaube ich, sie verwechseln das Theater mit einer Modenschau”, bemerkt Diepenthal schmunzelnd und beginnt mit der ersten Szene. Jonathan wird von seiner Braut Mina (Mareike Henkes) verabschiedet, denn er muss geschäftlich nach Transsilvanien reisen - zu einem Grafen namens Dracula, der an die Themse-Metropole übersiedeln will. Damit nimmt die verhängnisvolle Geschichte ihren Lauf.

Einige Jahre lang gab es keine Theater-AG in der Mittelstufe. Ihre Gründung entsprang eigentlich einem Zufall und der Tatsache, dass Schülerinnen der Klasse 9b Szenen aus Molières Komödie „Der eingebildete Kranke” einstudieren und aufführen wollten.

Dafür waren aber noch zwei Rollen zu besetzen. Also machte Diepenthal eine Durchsage, ob es denn zwei Interessenten für das Projekt gäbe. Die gab es, und zwar über 30 an der Zahl. „Also haben wir eine Theater-AG gegründet”, erklärt Diepenthal pragmatisch. Im Dezember fiel auch die Entscheidung für das Theaterstück „Dracula”.

Molière kann warten. Mit den Proben wurde im Januar begonnen, wobei die Schüler eine große Disziplin an den Tag legten, wie Diepenthal betont. Unterstützung fand er auch bei Schulleiterin Rita Hündgen, die selbst einmal eine Theater-AG in der Mittelstufe geleitet hatte.

In der heißen Phase vor der Premiere wird natürlich so oft geprobt, wie es die Zeit zulässt. So auch, wenn man lieber im Freibad oder am Baggersee wäre. Schließlich muss am Donnerstag jeder Einsatz und jedes Stichwort sitzen. Drei Jungs sind in dem Ensemble, die restlichen Rollen haben die Mädchen untereinander aufgeteilt.

Wer sich entführen lassen will in die Welt der Vampire und des Blutdurstes, sollte am Donnerstag oder Freitag um 19.30 Uhr in der Aula sein. Karten gibt es im Sekretariat des Gymnasiums.