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Wegen Corona: Deutlich weniger Staus in NRW

Homeoffice und Lockdown : NRW-Autofahrer stehen im Corona-Jahr weniger im Stau

NRW bleibt Stauland Nummer 1 - doch seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie haben die Autofahrer seltener und kürzer im Stau gestanden. Der Grund laut ADAC: Die Menschen arbeiten mehr zuhause und verreisen weniger.

Im Corona-Jahr 2020 haben die Autofahrer in Nordrhein-Westfalen deutlich seltener und kürzer im Stau auf der Autobahn gestanden als im Vorjahr. Wie aus der am Donnerstag vorgelegten Stau-Statistik des Automobilclubs ADAC hervorgeht, haben sich sowohl die Kilometerlänge als auch die Dauer der Staus im bevölkerungsreichsten Bundesland mehr als halbiert. Die Anzahl der Staumeldungen auf den mehr als 2200 Autobahnkilometern ging um mehr als ein Drittel auf knapp 162 000 zurück.

Mit 75 000 Stunden, in denen Autofahrer insgesamt auf der Autobahn feststeckten, und einer Gesamtstaulänge von rund 197 000 Kilometern bleibt das bevölkerungsreichste Bundesland jedoch im Bundesvergleich Spitzenreiter. Fast jede dritte Meldung über Stau oder stockenden Verkehr entfiel auf NRW.

Die rückläufigen Stauzahlen erklärt der ADAC durch weniger Verkehr auf den Autobahnen in Folge der Pandemie. So habe es den größten Einbruch durch den ersten Lockdown ab dem 16. März gegeben. „Infolge der Corona-Pandemie gab es weniger Berufsverkehr, Dienstreisen wurden abgesagt und auch der Ausflugs- und Reiseverkehr war stark eingeschränkt“, teilte der Verkehrsexperte Roman Suthold vom ADAC in NRW mit.

Das deckt sich mit vorläufigen Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen: Demnach ist die Fahrleistung auf den Autobahnen in Deutschland im Vergleich zu 2019 voraussichtlich um 12,4 Prozent gesunken.

Die staureichsten Autobahnen sind laut ADAC aber alte Bekannte: Besonders belastet waren demnach die A 40 durchs Ruhrgebiet, die A 1 zwischen Köln und Dortmund, die A 46 zwischen Düsseldorf und Wuppertal sowie die A3 im Rheinland.

Der staureichste Tag in NRW fällt noch vor den landesweiten Lockdown: Am 13. Februar 2020 gab es die meisten Staumeldungen und auch höchste Staudauer im Land. Der staureichste Monat war anders als in den Vorjahren der September. Dass damit im Coronavirus-Jahr der November als klassischer Staumonat nach hinten gedrängt wurde, erklärt der ADAC mit dem hohen Infektionsgeschehen und den daraus resultierenden Folgen zum Ende des Herbstes.

Für seine Statistik legt der ADAC nach eigenen Angaben eine Datenbasis aus mehreren Quellen zugrunde. In die Berechnung flössen unter anderem Meldungen der Polizei sowie Daten von Lkw-Flotten, Online-Navigationssystemen und Smartphone-Apps ein.

(dpa)