Leserbriefe zum Coronavirus: Von Heilung, Grenzen und wirren Details

Leserbriefe zum Coronavirus : Von Heilung, Grenzen und wirren Details

Die Risiken der angekündigten Impfstoffe gegen das Coronavirus, der Einsatz von Mitarbeitern des Gesundheitswegens unter Corona-Bedingungen und Corona-Skeptiker, die sich mit NS-Opfern vergleichen: Das sind einige der Themen unserer Leserzuschriften.

Dr. Stephan Jacobs befasst sich mit dem Text „90-prozentiger Schutz bei Impfung?“ über die Zwischen­ergebnisse aus der für eine Zulassung entscheidenden Studienphase eines Corona-Impfstoffes:
Auch wenn die Ihre Zeitung eine Lokalzeitung ist, wäre es sehr wünschenswert, wenn zu Artikeln, besonders zu denjenigen, die sehr wichtige Themen betreffen, wie in diesem Fall zu einen möglichen Impfstoff gegen SARS-CoV-2, ausführlicher recherchiert würde. Anstelle einer Recherche werden oft Pressemitteilungen ungeprüft oder unkommentiert abgedruckt, hier sogar die unmittelbaren Aussagen des Impfstoffherstellers „90-prozentiger Schutz ... Schwere Nebenwirkungen seien nicht registriert worden ...“. Es geht besonders hier um ein Thema, das uns alle angeht. Neutrale Berichterstattung mit Hintergrundinformation ist essenziell und die Aufgabe unserer Medien. Das vermisse ich leider bereits schon seit Wochen. Wie wäre es etwa mit Informationen, was ein mRNA-, ein DNA- oder Vektorimpfstoff überhaupt ist? Ich denke, dass den meisten Lesern überhaupt nicht bewusst ist, dass es sich bei diesen Impfstoffen um eine völlig neue Art von Impfstoffen handelt, die gentechnisch hergestellt sind und die es noch nie beim Menschen gab. Rund 50 Prozent der derzeit in Entwicklung befindlichen SARS-CoV-2-Impfstoffe sind diese sogenannten genbasierten Impfstoffe, deren Wirkungsweise völlig unterschiedlich zu den „klassischen Impfstoffen“ ist. Im Weiteren wären auch Informationen über die extrem verkürzte Zulassung dieser Impfstoffe interessant. Um mögliche Gefahren von neuartigen Impfstoffen zu erkennen, ist die Entwicklung eines neuartigen sicheren und wirksamen Impfstoffes normalerweise auf bis zu 20 Jahren ausgelegt. Bei SARS-CoV-2 werden aber alle bisher geltenden Regeln, die die Sicherheit eines Impfstoffes gewährleisten sollen, außer Kraft gesetzt.

Es wäre sehr wünschenswert, wenn Journalismus wieder faktenbasiert und neutral stattfinden könnte.

Gerd Ehlert aus Aachen merkt an:

Das Robert Koch-Institut (RKI) sieht vor, dass sich die Länge der Quarantäne an der maximalen „Zeitspanne zwischen einer Ansteckung und dem Auftreten von Symptomen“ orientiert – diese betrage 14 Tage. Und weiter: „Eine Entlassung [aus der Quarantäne] ist frühestens nach zehn Tagen möglich.“ Das aber gilt nicht für Mitarbeiter des Gesundheitswesens, für diese Berufsgruppen bleiben infektionsmedizinische Erkenntnisse zur Länge der Inkubationszeit offenbar unberücksichtigt. Jedenfalls dann, wenn es zu einem „relevantem Personalmangel“ kommt – was bekanntlich ein Dauerzustand ist. Die Regelung des RKI sieht Folgendes vor: Eine K1-Person, die während der Sieben-Tage-Quarantäne ohne Krankheitssymptome bleibt, wird unmittelbar erneut abgestrichen, im Falle eines negativen Testergebnisses aus der häuslichen Quarantäne entlassen und kann die Arbeit umgehend wieder aufnehmen.

Wer sich jetzt schon wundert, den werden folgende Details noch mehr verwirren. Das RKI schreibt: „Ist die adäquate Versorgung der Patientinnen und Patienten durch Personalengpässe nicht mehr möglich, kann es notwendig sein, die bestehenden Empfehlungen zum Umgang mit Kontaktpersonen und positiv auf SARS-CoV-2 getestete Personen für medizinisches Personal anzupassen.“

Weiter wird ausgeführt, dass derartige „Personen“ zwar zur Arbeit herangezogen werden können, aber weder öffentliche Verkehrsmittel nutzen dürfen, noch außerhalb der Arbeitszeit ihre – verkürzte – Quarantäne verletzen dürfen, beispielsweise um Einkäufe zu erledigen. Sollen wirklich ausgerechnet diejenigen Menschen, die ganz dicht an und mit häufig ohnehin abwehrgeschwächten Personen arbeiten, in einem Schnellverfahren wieder in die schutzbedürftige Gesellschaft zurückgeführt werden?

Thomas Klevers aus Aachen äußert sich zum Lockdown:

Verschärfung der Maßnahmen? Warum werden denn die bestehenden Maßnahmen nicht erst einmal konsequent überwacht? Die Begrenzung der Kunden pro Quadratmeter in Geschäften wird doch jetzt schon äußerst lax gehandhabt und nicht überwacht. Was bringt denn eine Verschärfung, die kaum kontrolliert wird? Limitierung privater Feiern? Diejenigen, die das Virus ernstnehmen, halten sich schon jetzt zurück. Die anderen werden sich kaum beeindrucken lassen. Und kontrollierbar ist das Ganze eh nicht. Frühere Ferien? Im Schulbetrieb ist die Infektionsgefahr laut verschiedener Untersuchungen gering. Aber außerhalb der Schule, schon vor dem Schulgelände, werden die AHA-Regeln kaum befolgt. Und in der Weihnachtswoche sind auf einmal alle lammfromm und befolgen AHA und Selbstquarantäne? Ha ha. Vielleicht wäre es besser, für die konsequente Befolgung der bestehende Regeln zu sorgen (auch zu werben), als immer neue Regeln zu erfinden.

Dr. Peter Hecking aus Düren meldet sich zum Artikel „‚Jana aus Kassel’ hat sich nicht vertan“ über eine 22-Jährige, deren Auftritt bei einer Demonstration in Hannover hohe Wellen geschlagen hat, weil sie meinte, sie fühle sich wie „Sophie Scholl“, weil sie sich den Corona-Maßnahmen widersetze:

Mit Entsetzen lese ich, wie eine 22-Jährige sich als Corona-Leugnerin mit Sophia Scholl vergleicht, die sich als 20-jährige Studentin gegen das Hitler-Regime auflehnte und dies mit dem Tod bezahlte. Eine Elfjährige wird von den Eltern instrumentalisiert, die ihren Geburtstag nicht wie gewohnt feiern durfte, um sich mit Anne Frank zu vergleichen, einem Mädchen, das im Holocaust in den Tod ging. Die Elfjährige weiß nicht einmal, welchen Unsinn die Eltern sagen.

Gerade einmal acht Monate besteht diese Corona-Lage, ein Virus, was uns sicher vor viele Probleme stellt und noch stellen wird. Über die eine oder andere politische Entscheidung lässt sich sicher diskutieren, aber unsere Eltern und Großeltern wurden zwölf Jahre von einem Regime gepeinigt und sechs Jahre von einem verheerenden Krieg mit Tod, Hunger und vielen Verlusten heimgesucht. Wenn jetzt diese „Querdenker“ zu „Wirrdenkern“ werden und das Judentum, jüdische Wohltäter oder eine jüdische Familie Rothschild mit antisemitischer Hetze versehen und als Verursacher der Pandemie darstellen, dann haben diese Menschen nichts aus der Geschichte gelernt! Sie stellen eine ernste Gefahr für unsere Demokratie dar, der dringend widersprochen und gegebenenfalls mit Strafen begegnet werden muss. Mit Sorge ist zu beobachten, wie das „Quer-/Wirrgedachte“ zu Hass, Aggressivität bis hin zur Gewalt führt. Gut, dass der US-Präsident und Corona-Fake-Verbreiter Donald Trump die Wahl verloren hat und seine News hoffentlich nicht mehr so ernstgenommen werden. Er säte Hass und spaltete das Land. Man kann nur hoffen, dass eine baldige Impfung kommt, die allerdings das Problem nicht in kurzer Zeit beseitigen wird. Corona-Wellen werden uns noch Jahre begleiten. Hier werden sicher die Impfgegner eine wichtige negative Rolle spielen.

Anja Steffens aus Monschau betont:

Wenn ich über Corona-Demos lese, dann könnte ich mich aufregen. Ich kann nicht verstehen, dass die Demos überhaupt genehmigt werden. Zu viele Leute ohne Maske, ohne Abstand auf einem Haufen. Ich würde diesen Leute gerne ein Schild umhängen: Wenn die so gegen diese Regeln sind, dann sollen sie sich auch ein Schild umhängen, auf dem steht: „Wenn ich an Covid-19 erkranke, möchte ich keine Beatmung und auch kein Intensivbett!“ Ich glaube, dann würden diese Leute sich gut überlegen, ob sie gegen diese Corona-Regeln demonstrieren.