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Arzt soll Geld verlangt haben: Kassenärztliche Vereinigung will umstrittene Impfaktion aufklären

Arzt soll Geld verlangt haben : Kassenärztliche Vereinigung will umstrittene Impfaktion aufklären

Im Fall eines Arztes, der für Impfungen im niederrheinischen Hamminkeln zunächst Geld verlangt haben soll, will die Kassenärztliche Vereinigung den Vorgang aufklären.

„Unsere Fachabteilungen gehen dem Sachverhalt bereits zusammen mit unseren örtlichen Ansprechpartnern nach“, erklärte ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) am Dienstag in Düsseldorf. Derzeit könne man das beschriebene Geschehen aber noch nicht belastbar einordnen. „Auch, weil uns die Stellungnahmen der Akteure vor Ort noch nicht in Gänze vorliegen.“

Laut einem WDR-Bericht hatte der Hausarzt am Sonntag in Hamminkeln Mitarbeiter verschiedener Unternehmen gegen das Coronavirus geimpft. Dafür soll er zunächst 80 Euro pro Patient verlangt haben. Die Impfung selbst sei umsonst, habe der Arzt demnach in seinen Einladungen geschrieben, „allerdings berechnen wir für unsere Auslagen und Personalressourcen (...) pro Impfling 80 Euro, die wir Ihnen in Rechnung stellen“, berichtete der WDR.

In einer Mitteilung habe der Arzt dem WDR gegenüber angegeben, es habe sich nur um eine Überlegung gehandelt, sich seine Auslagen refinanzieren zu lassen. Diesen Gedanken habe er jedoch demnach frühzeitig verworfen.

Das NRW-Gesundheitsministerium hatte nach Bekanntwerden der Aktion angekündigt, eine berufsaufsichtsrechtliche Prüfung zu veranlassen. Die KVNO erklärte: „Das Erheben einer besonderen Vergütung - etwa für Auslagen und Personalressourcen - im Rahmen der Impfungen wäre aber nach jetzigem Informationsstand in jedem Fall grundsätzlich nicht rechtmäßig.“

(dpa)