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Stiko-Empfehlung: Impfung laut Laumann entscheidend für diesen Corona-Winter

Stiko-Empfehlung : Impfung laut Laumann entscheidend für diesen Corona-Winter

Der dritte Corona-Winter steht bevor. Für den NRW-Gesundheitsminister kein Anlass zur Panik, aber ein guter Grund, für ausreichenden Impfschutz zu sorgen. Gemeinsam mit dem Stiko-Vorsitzenden klärt er über offene Fragen und Irrtümer auf.

Impfungen bleiben nach Überzeugung des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministers Karl-Josef Laumann (CDU) auch in diesem Winter die entscheidende Waffe gegen das Coronavirus. Laumann rief am Donnerstag in Düsseldorf alle Bürger eindringlich dazu auf, den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) zu folgen, um sich zu schützen.

Zu den Gruppen, denen die Stiko schon länger eine zweite Auffrischung (vierte Dosis) empfiehlt, zählen neben Menschen ab 60 Jahren auch Risikopatienten und Immungeschwächte ab fünf Jahren sowie Personal und Heimbewohner im Gesundheits- und Pflegebereich.

Dieser Kreis sei auch mit den am Donnerstag veröffentlichten jüngsten Empfehlungen nicht ausgeweitet worden, sagte der Vorsitzende der Stiko, Thomas Mertens. Wer gesund sei und nicht zu den Risikogruppen zähle, brauche den sogenannten zweiten Booster nicht.

„„Es schadet nicht“ ist keine ausreichende medizinische Indikation“, kommentierte der Virologie-Professor Meinungen Anderer, die den zweiten Booster auch in breiteren Bevölkerungsgruppen für sinnvoll halten. „Eine generelle zweite Auffrisch-Impfung wird von der Stiko derzeit nicht empfohlen.“

Mertens räumte in Düsseldorf eine Fehlinterpretation ab: „Der alte Impfstoff ist keinesfalls schlecht“, betonte er. Die neuen angepassten Omikron-Impfstoffe seien zwar wegen einer etwas besseren Immun-Antwort bei einer Auffrischung empfohlen, stellte der Arzt klar. Für eine Grundimmunisierung seien sie hingegen weder empfohlen noch zugelassen. Dazu sollten weiterhin die alten Impfstoffe verwendet werden. Er warb dafür, dass vor allem Menschen mit Risiken für schwere Erkrankungen noch vor dem Winter für einen ausreichenden Impfschutz sorgten.

Trotz steigender Neuinfektionsraten auch in NRW sehe er derzeit allerdings keinen Anlass, die allgemeinen Corona-Schutzmaßnahmen zu verschärfen, sagte Laumann. Wegen der großen Erfahrung der Bevölkerung nach zwei Corona-Wintern setze er auch auf Eigenverantwortung der Menschen. Das bedeute etwa, dass jemand, der Symptome habe, zuhause einen Selbsttest mache, bevor er überhaupt zur Arbeit gehe.

„Und wenn man positiv ist, dann bleibt man zuhause“, unterstrich der Gesundheitsminister. Er habe sich einem Brief anderer CDU-geführter Landesregierungen nach Berlin nicht angeschlossen, in dem dafür geworben worden sei, die Isolation nach einer Ansteckung mit dem Virus aufzuheben. „Ich bin der Meinung, wer infiziert ist, soll zuhause bleiben und soll nicht andere Leute anstecken.“

Derzeit würden in NRW noch rund 160.000 PCR-Tests wöchentlich durchgeführt, bilanzierte Laumann. Viele, die einen positiven Selbsttest hätten, machten hingegen keinen PCR-Test mehr. In die registrierten Inzidenzwerte flössen jedoch nur PCR-Testergebnisse ein. Deshalb sei das Dunkelfeld der tatsächlich Infizierten groß - außer etwa in Senioreneinrichtungen, wo noch regelmäßig getestet werde.

Die aktuelle Lage auf den Intensivstationen in NRW bezeichnete Laumann als „nach wie vor sehr entspannt“. In NRW gebe es insgesamt 114.000 Krankenhausbetten, davon wiederum 6400 auf Intensivstationen. Nur drei Prozent aller Betten und knapp vier Prozent auf den Intensivstationen seien derzeit mit Corona-Patienten belegt. Auch der Krankenstand des Personals liege mit sechs Prozent der Belegschaft „im normalen Bereich“.

Mit zahlreichen Akteuren aus dem Gesundheitswesen - von Apotheken über Praxen und Pflegeheime bis hin zu Krankenhäusern und Kassen - hat die Landesregierung ein Bündnis geschlossen unter dem Motto „NRW impft - Bleib gesund!“ Gemeinsam soll aktiv über sinnvollen Schutz vor Corona und Grippe aufgeklärt werden. Das Gesundheitsministerium hat im Internet unter der Adresse www.jetztimpfen.nrw.de Informationen zusammengestellt.

Zu Klagen, dass Impfungen mit dem neuen Omikron-Vakzin derzeit nicht digital in den Corona-Apps zu erfassen seien, sagte eine Sprecherin des Ministeriums, hier handle es sich um ein technisches Problem, das von den Ländern bereits an den Bund adressiert worden sei. „Wir hoffen, dass er es zügig löst, damit auch wieder QR-Codes für die Zertifikate vergeben werden können.“

(dpa)